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daß er umsichtig die Genauigkeit der statistischen Beobachtungen
nachprüft. Er macht darauf aufmerksam, daß in den Städten ein
erheblicher Teil der Verstorbenen Zugewanderte seien. Er bespricht
eine höchst interessante Doppelzählung der bürgerlichen Bevölkerung
Berlins im Jahre 1747, wo zuerst die Polizei und 8 Tage später die
königlichen Beamten eine Zählung vornahmen; diese Zählungen er-
gaben nur sehr geringe Unterschiede. Er bewies die Ungenauigkeit
der Altersangaben, und deshalb häufen sich die Zahlen bei den runden
Altersjahren, so daß also der Glaube an klimakterische Jahre leicht
entstehen konnte.
Aus den vielen zerstreuten Beobachtungen sucht Süßmilch einen
allgemeinen Sterblichkeitsquotient zu bestimmen und ähnlich das
Verhältnis der Eheschließungen und Geburten zur Volkszahl fest-
zustellen. Er glaubt aus den Zahlen ersehen zu können, daß die
Sterblichkeit in den Städten größer sei als auf dem Lande, was
allerdings richtig ist, aber ohne Berücksichtigung der Altersverteilung
nicht bewiesen werden kann. Wir haben hier eines der zahlreichen
Beispiele in der Geschichte der Statistik von einer richtigen Anti-
zipation auf Grundlage eines unvollkommenen Materials. Süßmilch
macht auch den Versuch, das Verhältnis der Geburten zu den be-
stehenden Ehen zu bestimmen, wozu nur äußerst dürftige statistische
Ermittelungen vorhanden waren.
Auf Grund dieser Untersuchungen nun stellt Süßmilch Berech-
nungen über die Zunahme und Verdoppelungszeit der Bevölkerung
an, in einem Abschnitt, welcher durch einige von Kuler angestellte,
später von Malthus in seiner Bevölkerungstheorie besprochene Be-
rechnungen bekannt geworden ist. Er sucht ferner das überaus
Jürftige Material zur Bestimmung der Bevölkerung der Erde zu
verwerten, wozu nur sehr wenige eigentliche Volkszählungen vor-
lagen. Die Methode kommt meist darauf hinaus, daß er berechnet,
wie viele Menschen in dem betreffenden Lande unter Voraussetzung
einer gewissen allgemeinen Bevölkerungsdichtigkeit leben würden,
und daß er diese Zahlen mit dem vergleicht, was man über den
Kulturzustand, die Wohlstandsverhältnisse usw. der Bevölkerung
wußte. Für Spanien fußt er auf einer Zählung der Familien, für
Portugal nimmt er eine entsprechende Dichtigkeit an; Polen und
Litauen sollten nach der Durchschnittsberechnung 40 Millionen Ein-
wohner zählen, aber auf Grund der kümmerlichen Zustände des
Landes: der großen Wälder, Sümpfe und Moräste, der unsicheren
Zustände für die Pächter, der niedrigen Getreidepreise, des