Full text: Werke und Schriften bis Anfang 1844 (1,2.1930)

Einleitung 
XVII 
auch aus „Des Knaben Wunderhorn“. Vielleicht übertrug Marx seine 
Antipathie gegen Bettina*), die er in Trier im Westphalenschen Hause 
persönlich kennen gelernt hatte, auch auf deren Mann und Bruder. Die 
meisten Stücke sind Liebeslieder, — und daß ‚es sich nicht gerade um 
philologische Liebhaberei handelte, verrät an einer Stelle die Einschmug- 
gelung des Namens Jenny, an einer anderen Stelle des Namens Karl, statt 
der ursprünglichen Namen „Rosa“ und „Hans“? 
Interessant ist, daß Marx drei rhein isch e Lieder ins Hochdeutsche 
übertrug. 
Da in diesem Heft nur die Auswahl der Gedichte von Marx her- 
rührt und er aus eigenem nichts dazugegeben hat, hielten wir es für ge- 
nügend, nur die von Marx selbst dem Heft vorangestellte „Übersicht“ ab- 
zudrucken; außerdem geben wir überall die unschwer festzustellende 
Quelle an, aus der Marx den Text abgeschrieben hat.%) 
Exzerptite 1840—1843 
Die Exzerpthefte, über deren Inhalt wir in der dritten Abteilung dieses 
Bandes berichten, sind für die intimere Rekonstruktion des theoretischen 
Werdegangs von Karl Marx in dieser Periode seines Lebens von außer- 
ordentlicher Bedeutung; sie sind eine Frucht seiner wissenschaftlichen 
Studien. 
Marx war ein leidenschaftlicher Leser, nicht nur in dem Sinne, daß 
er ungeheuer viel, sondern auch in dem Sinne, daß er ungemein heftig, 
impulsiv las. Diese Impulsivität äußerte sich einerseits in einer großen 
Anzahl von Unterstreichungen, Randstrichen, Ausrufungs- und Fragezei- 
chen und Randbemerkungen, anderseits in der Gewohnheit, die er sein 
Leben lang beibehielt: sich immer Exzerpte zu machen. 
Die Handexemplare der von Marx gelesenen Bücher, wie auch die 
rund zweieinhalbhundert erhalten gebliebenen Exzerpthefte bilden über- 
haupt eine sehr wichtige Quelle für das Studium des Marxismus im all- 
gemeinen und für die kritische Geschichte der einzelnen Marxschen Werke 
im besonderen. Es ist ein großer Schaden für die Marx-Forschung, daß 
die Bibliothek von Marx und Engels nicht vollständig auf uns gekommen 
ist. Engels selbst beging den ersten großen Fehler, als er nach dem Tode 
des Freundes zahlreiche Bücher aus dessen Bibliothek an verschiedene 
Freunde verschenkte, so unter anderem zahlreiche russische Bücher an 
P. Lavrov. Als dann nach Engels’ Tod die Bihliothek der beiden in den 
') Vgl. „Neumodische Romantik“, 1/2, 11 
2) 1/2, 96 
3) Val. auch 1/2, 92, Vorbemerkung
	        
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