fullscreen: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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trust herrschte auf allen diesen drei Gebieten. Er hatte seine 
eigenen Anlagen. Da er mit Morgan, den Standard-Oil- 
Magnaten und den Goulds entweder zusammen herrschte 
oder verbündet war, standen ihm die Eisenbahn- und 
Dampfschiffslinien der Vereinigten Staaten zur Verfügung. 
Ausgedehnte Eisenerz- und Kohlenlager, von denen einige 
von Carnegie an ihn übergegangen und andere in John D. 
Rockefellers Besitz waren, gehörten ihm. Der Stahltrust 
war tatsächlich der erste Trust, der diese drei für den voll- 
kommenen Betrieb eines Trusts so unentbehrlichen Faktoren 
einer wissenschaftlichen Kontrolle unterwarf. Durch seinen 
Besitz großer Eisenlager und die tatsächliche Diktatur über 
die Transportnetze machte er beinahe alle Konkurrenten, 
die er noch hatte, sofort zu Nullen. Nur ein Konkurrent, 
die T’ennessee-Kohlen- und Eisen-Gesellschaft, besaß eigenen 
Vorrat an Rohmaterial; und dieser Konkurrent wurde 
später unter Umständen aus dem Wege geräumt, die weiter- 
hin beschrieben werden sollen. 
Da der Stahltrust alle Hilfsquellen der Produktion und des 
Vertriebs beherrschte, war er imstande, sich selbst mit mehr 
als einer Milliarde Dollar zu kapitalisieren. 
Mehr als eine halbe Milliarde verwässerter Aktien 
Der Stahltrust trat mit einer Kapitalisation von im 
zanzen 1402 846 817 Dollar, von denen mehr als die Hälfte 
nur „verwässerte Aktien“ waren, als Korporation ins 
Leben. „Die Zahlen zeigen deutlich,“ so sagt der Bericht 
des Kommissars der Vereinigten Staaten für Korporationen?), 
„daß die ganze Ausgabe von annähernd 508 Millionen 
Dollar gewöhnlicher Aktien der Stahlkorporation im Jahre 
1901 keine wirklichen Eigentumsbestände hinter sich hatte 
und auch ein bedeutender Bruchteil, sagen wir ein bis zwei 
Fünftel, der Prioritäten ebensowenig durch wirkliches 
Eigentum geschützt war. Zugegeben selbst, daß ein be- 
trächtlicher Wert in nicht greifbaren Äquivalenten ge- 
steckt haben mag, so ist es doch für den Verständigen klar, 
9 „Summary of Report of the Commissioner of Corporations on the Steel 
Industry,“ 1911, Teil I, S. 37—38.
	        
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