Metadata: Berliner Banken

Die Wechselstuben 
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denen Stadtteilen Zweigniederlassungen zu errichten, da 
kannte man die heutige Bedeutung der Wechselstube nur 
erst wenig. Wie das Wort schon anzeigt, bedeutete die 
ser Begriff ursprünglich ein Kontor, in dem man Geld 
sorten gewechselt bekam. Die Bankgeschäfte unterschieden 
sich in solche, die nur mit ihrer festen Kundschaft ver 
kehrten, und solche, die auf Laufkundschast von der 
Straße her reflektierten. Während die ersten ihre 
Bureaus meist in einer oberen Etage hatten, wohnten 
die Wechselbankiers im Laden, um dem Straßenpubli 
kum den Zutritt zu erleichtern. Das sogenannte Tafel- 
geschäft, d. h. die Umwechslung von Geldsorten, der An- 
und Verkauf kleinerer Posten von Wertpapieren über 
den Ladentisch hinweg, nahm bei einzelnen Handlungen 
einen sehr erheblichen Umfang an. Im Wechselstuben- 
geschäst zeigten sich jedoch bald starke Auswüchse. Seit 
den Gründerjahren hatte sich das Interesse des Publi 
kums an den Börsenspekulationen wesentlich gehoben. 
Und wenn es durch den großen Gründerkrach auch zeit 
weise etwas erlahmte, so ries jede längere Steigerungs 
periode doch wieder die breiten Massen des Publikmns 
auf den Plan. Es war nichts natürlicher, als daß die 
Inhaber der Wechselstuben sich die Geldgier und Spiel 
freude des Publikums zunutze machten. Bei ihnen 
ging täglich ein zahlreiches Publikum ein und aus. Sie 
benutzten die Gelegenheit, diese passierenden Elemente als 
dauernde Kundschaft an ihre Firma zu fesseln, indem sie 
ihnen den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren emp 
fahlen. Viele dieser Wechselstuben hingen in der Mittags- 
Seit große Tafeln ins Fenster, auf denen die neuesten 
Börsenkurse verzeichnet waren und, wenn bewegte Bör- 
sentage das besondere Interesse der Spekulanten er 
weckten, dann standen die Leute oft scharenweise in reger 
Diskussion vor dem Fenster. Besonders pfiffige Laden-
	        
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