Full text : Der Weltmarkt 1913 und heute

Wirkung des Dawes-Abkommens

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etwaige Schwierigkeiten im Funktionieren der internationalen Arbeitsteilung
 für die betreffenden Länder auszugleichen. Man glAubte'
an eine Krisis in den besiegten Ländern, nicht aber an eine.chronische
Weltwirtschaftskrisis. Erst allmählich hat sich zweierlei gezeigt:
erstens daß man nicht große Wirtschaftsstaaten aus dem Züsammenarbeiten
 der Weltwirtschaft herauslösen kann, ohne die an der Weltwirtschaft
 beteiligten Gesamtstaaten zu schädigen. Zweitens: daß
eine Reihe von ungünstigen Tatsachen, die man zunächst als Sonderbelastung
 der besiegten Länder betrachtete, auch zu Lasten der
Siegerländer, ja aller Länder der Welt fallen. Diese Tatsachen zu
beseitigen, wäre Aufgabe einer Politik der Staaten gewesen, die über
den Rahmen ihres Sonderinteresses hinaus, wohl aber zu dessen
mittelbarem Vorteil, die Verhütung einer Weltwirtschaftskrisis angestrebt
 hätten.
Grundlegend bleibt die Notwendigkeit, die weltwirtschaftlichen
Erzeugungskosten wieder zu reduzieren. Dies kann teilweise dadurch
 geschehen, daß der wichtige Faktor der internationalen Verschuldung
 einer Revision unterworfen wird. Denn diese Verschuldung
 zugunsten eines neuen Gläubigerlandes, das einen großen Teil
seines Reichtums thesauriert, ist vielleicht das Grundlegendste aller
bestehenden weltwirtschaftlichen Übel. Sie muß sich immer wieder
in den verschuldeten Ländern in neuen steuerlichen und finanziellen
Belastungen auswirken, die letzten Endes die Produktion treffen
und deren Erzeugungskosten erhöhen. Der Dawes-Plan ist von der
Absicht beseelt, eine Bereinigung der Schuldverhältnisse zu erleichtern.
 Aber der politische Zwang, unter welchem er steht, läßt ihn
nicht zu einer wirklich befriedigenden Lösung kommen. Im Gegenteil.
 Die Deutschland durch ihn aufgebürdeten Lasten zwingen dasselbe
 zu einer Steigerung der Erzeugung, zu einer Stimulierung
seiner Ausfuhr, von der es zweifelhaft ist, ob sie augenblicklichen
Bedürfnissen des Weltmarktes entspricht. Die Schwierigkeiten, den
Absatz des übersteigerten Industriegehäuses der Welt zu lohnenden
Preisen los zu werden, begegneten uns häufig genug. Die Übererzeugung
 in der Welt ist sowohl durch das Bestreben der neuen Staaten,
sich möglichst alle Industrien der alten anzueignen, ebenso verstärkt
 worden, wie es durch das Streben des besiegten Deutschlands
verstärkt werden muß, um jeden Preis das Verlorene wieder auf-
            
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