Beurteilung der Enteuropäisierung
Die Zunahme der inter-kolonialen Einfuhr dürfte hier nicht unwesentlich
durch das Bestehen der Vorzugszölle gefördert worden
sein, die als „empire preference“ allen britischen Landesgebieten
zugute kommen.
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Wir haben uns von dem Bestehen der Enteuropäisierungstendenz
der Weltwirtschaft nach dem Kriege überzeugen können. Sie wird
bedingt durch die gesteigerte Selbstversorgung der überseeischen
Länder mit industrieerzeugten Waren während des Krieges und
nachher, durch die zugunsten dieser Länder sich entwickelnde allgemeine
Lage des Weltmarktes, dessen Bedarf nach überseeischen
Agrarerzeugnissen und monopolistischen ‚Rohstoffen nach dem
Kriege bestehen bleibt, während der Bedarf nach Fertig- und Qualitätswaren
auf Grund der allgemeinen Wohlstandsschwächung zurückgeht,
sie findet einen Schwerpunkt in der finanziellen Erstarkung
der Vereinigten Staaten von Amerika, kommt Europa gegenüber
zum Ausdruck in einer gesteigerten industriellen Konkurrenz der
neuen Industrieländer auf dritten Märkten über See, wobei sie durch
das System der finanziellen Protektion dieser Märkte durch die Vereinigten
Staaten und durch das Bestehen des inter-kolonialen Vorzugszollnetzes
der britischen Besitzungen verstärkt wird. Wir haben
nunmehr noch zu erörtern, welches die Stellung der europäischen
Exportindustrie zu diesen Veränderungen ist und möglicherweise
sein wird.
3. DIE STELLUNG DER EUROPÄISCHEN EXPORTINDUSTRIE ZU DEN
VERÄNDERUNGEN DES WELTMARKTES
In der stärkeren Industrialisierung überseeischer Gebiete und der
damit hervorgerufenen Enteuropäisierungstendenz würde unter normalen
Verhältnissen weltwirtschaftlicher Entwicklung kein Grund
zu besonderer Besorgnis europäischer Industrieländer liegen. Eine
Industrialisierung zivilisierter Territorien über See läßt Sich heute
ebensowenig aufhalten wie im 18. Jahrhundert, als die wirtschaftliche
Verselbständigung der nordamerikanischen Staaten die Triebfeder
zu ihrer Losreißung von England bot. Kein Land mit steigender
innerer Zivilisation wird auf die Dauer die Rolle des bloßen