Object : Der russisch-japanische Krieg und die japanische Volkswirtschaft

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daß  dieselben  nach  dem  Kriege,  sowohl  in  Einnahmen  als  auch  in
Ausgaben  ganz  erheblich  höhere  Sumnien  aufweisen  werden,  als  es  vor
dem  Kriege  der  Fall  war.  Solange  Rußland  etwa  gegen  Japan  rüsten
kann,  solange  Japan  sein  Machtgebiet  ausdehnen  muß,  solange
werden  die  Kosten  für  Heer  und  Marine  sich  andauernd  erhöhen.  Des
weiteren  hat  Japan  während  des  jetzigen  Krieges  seine  Staatsschuld
vervielfacht,  deren  hohe  Summen  also  auch  in  nächster  Zukunft  im
Budget  erscheinen  werden.  Als  eine  naturgemäße  Folge  des  Krieges
dürfte  weiter  eine  erhebliche  Znnahnie  der  Ausgaben  für  Kultur-  und
Wirtschaftszwecke  sich  einstellen,  zu  deren  Deckung  neue  Einnahmequellen
erschlossen  werden  müssen.  Diese  Erschließung  neuer  Einnahmen  wird
in  nächster  Zukunft  eins  der  wichtigsten  Probleme  für  den  japanischen
Finanzminister  bilden.  Zwar  ließe  sich  vielleicht  die  Zahl  der  Beamten
verringern,  aber  die  Gehälter  der  übrigbleibenden  müssen  unbedingt
gehoben  werden,  so  daß  also  durch  diese  Maßnahme  keinerlei  finanzieller
Vorteil  für  den  Staat  sich  ergeben  dürfte.
Man  könnte  ferner  die  Kriegsschulden  konvertieren,  und  die  kurzfristigen ­
  Anleihen  zu  langfristigen  umwandeln,  um  die  Last  der  Zinsen
zu  verringern.  Alles  dies  jedoch  sind  Pläne,  deren  Verwirklichung  auf
mancherlei  Schwierigkeiten  im  In-  und  Auslande  stoßen  dürste.
Für  die  spätere  Gestaltung  der  Lokalfinanzen  wird  sich  ein  Einfluß
des  Krieges  insofern  geltend  machen,  daß  die  Gemeinden  danach  streben,
eigenes  Gemeindekapital  zu  besitzen,  oder  solches  zu  vermehren,  weil  sie
nach  der  Kriegserfahrnng  nur  dadurch  ihre  selbständige  Position  zu
kräftigen  vermögen,  um  schwere  Zeiten  llberstehen  zu  können.
Da  durch  den  Krieg  der  staatliche  Finanzbedarf  beträchtlich  zugenommen ­
  hat,  so  wird  auch  die  japanische  Volkswirtschaft  in  Zukunft
durch  erhöhte  Energie  und  Leistungsfähigkeit,  durch  gesteigerte  Produktivität ­
  auf  der  einen  Seite,  und  durch  wohlüberlegte  und  wohlangebrachte ­
  Sparsamkeit  auf  der  andern  Seite,  dazu  beitragen  müssen,
diesen  gesteigerten  Finanzbedarf  des  Staates  decken  zu  helfen.  In  der
Voraussicht  dieser  wirtschaftlichen  Notwendigkeit  äußerster  Kräfteanstrengung ­
  hat  man  in  Japan  gleich  zu  Anfang  des  russischjapanischen
  Krieges  alle  erforderlichen  Maßnahmen  ergriffen,  um  sicher
auf  dieses  Ziel  loszusteuern.  Die  heute  bereits  im  japanischen  Volke
geltenden  Prinzipien  über  Sparsamkeit  und  energische  Bekundung  regen
Fleißes  werden  mit  Ablauf  des  Krieges  keineswegs  verschwinden,  sondern
eine  dauernde  Erscheinung  im  japanischen  Wirtschaftsleben  bilden,  die
es  unbedingt  zu  einer  hohen  wirtschaftlichen  Blüte  führen  wird.  Wird
der  Krieg  dann  noch  zu  einein  für  Japan  glücklichen  Ende  geführt,  so
wird  sich  als  ebenbürtige  Schwester  neben  die  wirtschaftliche  Blüte,  die
            
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