Object: Reis

daß er auf ersterer bei mittelguter Ernte die zahlreiche Be- 
völkerung gänzlich oder mit Hilfe geringer Einfuhr ernährt, 
aus Formosa aber heute eine recht erhebliche Einfuhr nach 
Japan gestattet: 1911/12 93 000 t, 1912/13 sogar 162 000 t. 
Korea bietet im Norden der Reiskultur keine Stätte; ihre 
Polargrenze folgt etwa dem 40. Breitengrade. Die Regenfälle 
des Sommers sind nicht so zuverlässig wie in andern Monsun- 
ländern, ihr Ausbleiben kann eine vollkommene Mißernte herbei- 
führen. In normalen Jahren aber erzeugt die koreanische Land- 
wirtschaft, die sich seit der Besitzergreifung des Landes durch 
die Japaner sehr gehoben hat, so viel Reis, daß es nur wenige 
Länder gibt, in denen die Reisausfuhr solche Bedeutung ein- 
nimmt wie in Korea. Sie macht annähernd die Hälfte der Ge- 
samtausfuhr des Landes aus und geht hauptsächlich nach China 
und den Nordhäfen von Japan (1912/13: 83 000 t). Eingeführt 
wird Reisbier und japanischer Sake. 
Japan. Hier nimmt der Reis zum mindesten dieselbe wirt- 
schaftliche Stellung ein wie in China. In Japan lebt jeder, der 
dazu imstande ist, von Reis; allein die Landleute leben von der 
billigeren Hirse und essen nur an Festtagen oder in Krankheits- 
fällen Reis. Die Bodengestaltung Japans ist der Reiskultur im 
allgemeinen nicht ungünstig. Ausgedehnte Alluvialebnen sind 
zwar nur wenige (Tokio, Nagoja, Osaka) vorhanden, da das 
Land sehr hügelig und bergig ist, doch sagt der vulkanische 
Boden der Reiskultur sehr zu. Auf der Nordinsel Jesso wird 
noch bis zum 43. Breitengrade Reis gebaut, aber nur mit ge- 
ringen Erträgen. Überall ist infolge einer warmen Meeres- 
strömung die Westküste vor der Ostküste bevorzugt. In der 
Provinz Tosa geben günstige Jahre wohl eine zweimalige Reis- 
ernte. Fast die Hälfte des gesamten bebauten Bodens in Japan 
ist Reisland. Etwa der zehnte Teil der Ernte ist Klebreis. Trocken- 
reis wird nur in sehr geringem Umfange gebaut. Der Ertrag ist 
nicht selten durch Wetterkatastrophen bedroht: starke Regen- 
fälle und Überschwemmungen zur Erntezeit, heftige Wirbelstürme. 
Bis zum Jahre 1873 war die Reisausfuhr aus Japan verboten, 
da die Erzeugung zur Ernährung der Bevölkerung des eignen 
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