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Sinne des Freihandels eingeschlagene Politik, sagt O. Stein, hat
Deutschland keine Rosen gebracht. Sv lange die Industrie nicht
vollständig ihre Unabhängigkeit behaupten kann, bringt es die größ
ten Gefahren, den Freihändlern Concessionen zu machen; denn im
günstigsten Falle wird die Industrie dem Handel dienstbar, der
Handel aber bringt mit der Industrie auch die Landwirthschaft
unter seine Botmäßigkeit. Wenn die von List vertheidigten Grund
sätze nicht praktisch verwirllicht worden wären, wenn Deutschland
mittelst des Zollvereins und einer weisen Schutzzollpolitik nicht seine
Produktionskräfte an Zahl und innerer Kraft verzehnfacht und die
Hülfsmittel seiner materiellen Existenz und des Staates so erheblich
vermehrt hätte, so würde es nicht möglich gewesen sein, z. B. die
Armee alls jene Stufe der militärischen Ausbildung zu heben und
die Nation zu jenem Ausbruche der patriotischen Begeisterung zu
entflammen, welche nöthig war, um mächtige Feinde zu besiegen
lind die Einheit und das Ansehen der Nation nach außen dauernd
zu festigen. Aus dem Zollvcrbande ging die wirthschaftliche Macht
llnd aus dieser die politische Einheit hervor. Es ist mit dem
Schutzzollsystem ein Mittel gegeben, neue Produktionskräfte zu
bilden und schlummernde zu wecken, die aus die Dauer viel mehr
werth sein können, als jene Opfer betragen haben. Mittelst des
Schutzzolls kann die Entwickelung der produktiven Kräfte mehr
gefördert und somit für das Wachsthum des Nativnalreichthums
weit wirksamer gesorgt werden, als durch freien Tauschhandel. Und
wie nützlich rechtzeitige indirecte Steuern und Schutzzölle zu wirken
vermögen, dafür liefern England, Frankreich und Amerika die
eclatantesten Belege, wo bis zu drei Viertel der Staatsbedürfnisse
durch indirecte Steuern gedeckt werden, wo durch Schutzzölle die
Produktionskräfte in verhältnißmäßig kurzer Zeit zu ungeahnten
Entwickelungen gelangt sind und dadurch das Nationalvernrögen
immer größer und größer geworden ist. England huldigt dem
Systeme der Handels- und Zollfreiheit nur solchen Ländern gegen-
iiber, deren Concurrenz es völlig gewachsen ist und daher nichts zu