Full text: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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von recht großen Abmessungen mit einer Fülle von Schautischen und 
Schauschränken. Er hat im Grunde den Charakter einer kleinen Lebens 
mittelbörse. Die Vertreter der einzelnen Abteilungen haben am Ein 
kaufstage, das ist am Dienstag, ihre festen Tische inne, wo sie die 
Aufträge entgegennehmen. Die Einkäufer, das sind die Abteilungs 
vorsteher der einzelnen Konsumvereine, bewegen sich im Raume, sehen 
nach den Mustern, die sie interessieren, und nach den Preisen und 
geben ihre Aufträge. Aehnlich ist es in den 'anderen Abteilungen. 
Vertreter der 0. W. 8.-Fabriken sind ebenfalls anwesend, um über 
Spezialwünsche und Spezialaufträge Aufschluß geben zu können. 
Gleichzeitig geht draußen auf der Straße der Einkauf von privaten 
Firmen vor sich. Etwa 150 Agenten machen dort den Einkäufern 
ihre Offerten. 
Was sich in Manchester abspielt, ereignet sich auch jeden Tag in 
Newcastle und London, wo die englische Großeinkaufsgesellschaft riesige 
Zweiglager hat. Außerdem hat die 0. W. 8. noch in einigem 
Städten Verkaufsräume, mit denen aber kein Lager verbunden ist. 
Die kleineren Vereine kaufen dort nach Mustern, während die größeren 
Vereine ohne Rücksicht auf die Spesen persönlich in Manchester oder 
direkt in den Fabriken der 0. W. 8. kaufen. Außerdem beschäftigt die 
6. W. 8. eine ganze Reihe von Reisenden, die das Land besuchen. 
Infolge der geringen Entfernungen ist es also den Einkäufern 
der englischen Konsumvereine möglich, einen großen Teil der Auf 
träge persönlich in der Zentrale zu übergeben, was nicht unbedeutende 
Vorteile mit sich bringt, auf die der Deutsche in der Regel ver 
zichten muß. 
IV. Die Eigenproduktion der Konsumvereine. 
Die Konsumgenossenschaften würden wenig konsequent sein, wenn 
sie sich als Aufgabe gestellt hätten, nur den Handel zu ersetzen 
und nicht auch die Produktion an sich zu reißen. Die Eigenpro 
duktion der deutschen Konsumvereine, obgleich noch in den Anfangs 
stadien, hat schon nennenswerte Zahlen auszuweisen. Der Gesamt 
umsatz der deutschen Konsumgenossenschaften im Jahre 1913 betrug 
664 Millionen Mark, davon entfielen auf die Eigenproduktion 
113 Millionen Mark. Im Jahre 1909 betrug der Umsatz in der 
Eigenproduktion erst die Hälfte dieser Summe. Die Konsumvereine 
des Zentralverbandes hatten allein im Jahre 1913 einen 
Umsatz von 100 Millionen Mark in den Artikeln der Eigenproduktion 
— 21,2 Proz. des Gesamtumsatzes.^) 
x ) Vgl. Tabelle am Schlüsse des Buches.
	        
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