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Die Betriebsmittel der einzelnen russischen Bähngesellschaften sind
natürlich verschieden groß. Die Warschau-Wiener Bahn steht z. B. mit
0,41 Lokomotiven auf 1 W auf ungefähr derselben Stufe wie die deutschen
Bahnen, während dagegen die kleine Bjelgorod-Sumygesellschaft und
die lange Strecke Jaroslawl—Wologda—Archangelsk der Nordbahn (mit
je 0,06 Lokomotiven auf 1 W) unter den russischen Bahnen auf unterster
Stufe stehen. Auf der 790 W langen Strecke Jaroslawl—Archangelsk
sind nur 18 Personenwagen und 387 Güterwagen eingestellt.
Man würde dem heute erre$hten Stand der russischen Bahnen,
namentlich unter Berücksichtigung der eigenartigen Staats- und Kultur
verhältnisse des Landes, nicht gerecht werden, wenn man mit der
Anerkennung zurückhalten wollte. In der Tat werden ja auch im Aus
land, wenn auch Aussetzungen, allerdings nicht immer in gerechter
Weise, laut werden, wenigen Einrichtungen des öffentlichen Lebens
häufiger Worte des Lobes gezollt wie den Bahnen. Hier hat das
kapitalarme Land, freilich mit stärkster Unterstützung des Auslandes,
immerhin ein großes Werk geschaffen und Kulturwerte häufig mit geringer
Aussicht auf Verzinsung in arme zurückgebliebene Provinzen gelegt, die
sogar der Landstraßen völlig entbehren.