Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Zweiter Abschnll 
austausch schafft keinen Wert.*? Man versteht daher, wart 
in unserer Analyse der Grundform des Kapitals, der Form, wor‘ 
es die ökonomische Organisation der modernen Gesellschaft b 
stimmt, seine populären und sozusagen vorsintflutlichen Gestalte 
Handelskapital und Wucherkapital, zunächst gänzlich unberücksir 
tigt bleiben. 
Im eigentlichen Handelskapital erscheint die Form G —W-— 
kaufen um teurer zu verkaufen, am reinsten. Anderseits geht sei 
ganze Bewegung innerhalb der Zirkulationssphäre vor. Da es al 
unmöglich ist, aus der Zirkulation selbst die Verwandlung von G« 
in Kapital, die Bildung von Mehrwert zu erklären, erscheint 0 
Handelskapital unmöglich, sobald Aequivalente ausgetauscht w“ 
den,°* daher nur ableitbar aus der doppelseitigen Vebervorteilt 
der kaufenden und verkaufenden Warenproduzenten durch den 
parasitisch [als Schmarotzer] zwischen sie schiebenden Kaufmar 
In diesem Sinne sagt Franklin: „Krieg ist Raub, Handel ist Preil 
rei.‘®%* Soll die Verwertung des Handelskapitals nicht aus bloß‘ 
Prellerei der Warenproduzenten erklärt werden, so gehört dazu e 
lange Reihe von Mittelgliedern, die hier, wo die Warenzirkulat 
und ihre einfachen Momente unsere einzige Voraussetzung bild“ 
noch gänzlich fehlt. 
Was vom Handelskapital, gilt noch mehr vom Wucherkapi! 
Im Handelskapital sind die Extreme, das Geld, das auf den Ma’ 
geworfen, und das vermehrte Geld, das dem Markt entzogen wW 
wenigstens vermittelt durch Kauf und Verkauf, durch die Beweg' 
der Zirkulation. Im Wucherkapital, ist die Form G—W—G' ; 
gekürzt auf die unvermittelten Extreme G — G’, Geld, das ® 
fügt, wie er dem des andern nimmt.“ (J. B. Say: „Traite d’Economie ? 
lique, Paris 1817“, vol. I, p. 434, 435.) Say, natürlich unbekümmert um % 
Konsequenzen dieses Satzes, entlehnt ihn ziemlich wörtlich den Physiokral‘ 
Die Art, wie er ihre zu seiner Zeit verschollenen Schriften zur Vermeh!" 
seines eigenen „Wertes“ ausgebeutet hat, zeige folgendes Beispiel. Der „r 
rühmteste‘“ Satz des Monsieur Say: „Man kauft Produkte nur mit Pr 
dukten‘“ (ebenda, Bd. II, S. 438), lautet im physiokratischen Original: El 
Produkte lassen sich nur mit Produkten bezahlen.“ (Le Trosne: » 
l’Interet Social.“ Physiocrates, €d. Daire, Paris 1846, p- 899.) 
32 „Der Austausch überträgt überhaupt keinen Wert auf die Produkt 
(F. Wayland: „The Elements of Political Economy. Boston 1853“, p. 168.) ‘i 
5 „Unter der Herrschaft unveränderlicher Aequivalente wäre © 
Handel unmöglich.“ (G&, Opdyke: „A Treatise on Political Economy. N 
York 1851“, p. 69.) „Dem Unterschiede zwischen Realwert und Tausch“, 
liegt eine Tatsache zum Grunde — nämlich daß der Wert einer Sache % 
schieden ist von dem im Handel für sie gegebenen sogenannten Aequival® 
das heißt daß dieses Aequivalent kein Aequivalent ist.“ (F, Engels: „Um 
zu einer Kritik der Nationalökonomie“, in Deutsch-Französische Jahrbü®, 
Paris 1844, S. 95.) [Vergl. „Gesammelte Schriften von Karl MarX 
Friedrich Engels, Stuttgart 1902“, Bd. I, S. 442] x 
1 Benjamin Franklin: Works, vol. II, ed. Sparks in: „Positions © 
examined concerning National Wealth.“ 
Ar
	        
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