Contents: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Frühromantik. 
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Unvergängliches aus dem Kunstwerke klar hervor; und nur zu 
häufig blieb es beim Wollen. 
Gewiß hat es an Versuchen einer rein realistischen, und 
das hieß bei dem immer noch fortgesetzten Steigen des künst— 
—VV — 
Selbst die reinen Nazarener haben eine Zeitlang starke Anläufe 
ins Farbige gemacht, um sich dann freilich um so entschiedener 
in das Gebiet der farblosen Zeichnung zurückzuziehen. Und 
zur selben Zeit, da Goethe die Pflanze an sich suchte und 
fand, begann Runge seine wunderbar naturalistischen Pflanzen⸗ 
ilhouetten auszuschneiden und malte Baum und Strauch unter 
dem Hauche des Impressionismus. Ja selbst das künstlerische 
Porträt, wie es der Klassizismus unter Weglassung der „Zu— 
fälligkeiten der realen Erscheinung“ zu pflegen begonnen hatte, 
und wie ihm seit der Wende des Jahrhunderts in der Litho— 
graphie ein erster, anfangs zumeist banausischer Konkurrent er⸗ 
wuchs, ist doch noch von Runge und anderen Hamburgern wie 
bon der regionalen Malerei der meisten Landschaften und Groß— 
städte in achtenswerten Erzeugnissen gepflegt worden. 
Aber nicht eben dies war die große, die führende Malerei. 
Man mag heute die Überreste der zerstreuten Tätigkeit zahl—⸗ 
reicher Meister mit Liebe aufsuchen als Spuren, die einen neuen 
Naturalismus vorherverkünden: schon die Tatsache, daß mit 
der eigentlichen romantischen Malerei auch die malerische Technik 
früherer Zeiten, insbesondere des Rokokos, verloren ging, be— 
weist, in welcher Richtung sich die Zeitströmung auf dem Ge— 
hiete der bildenden Kunst bewegte. 
Und trat die Fresko- und Kartonkunst der Frühromantik 
wie ihr farbenmageres Bild und ihre oft so anziehende Zeich— 
nung mit eben diesem Charakter nicht gerade erst recht in den 
Reigen des geistig Zeitgemäßen ein? In der objektiven Romantik, 
in der von Inhalten geredet werden durfte, blühte vor allem 
Volkssage und Märchen. Es ist aber von Malern wie Knille 
schon längst bemerkt worden, daß man diesen Stoffen nicht 
mit Farbe und Tonstimmung, sondern mit der Form, im 
Zeichnerischen, am besten beikommt. Was aber die Formgebung
	        
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