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zum 7. Juli 1779 3068 fl 3 kr 20 ff an Zehent zu entrichten, was
einem Reingewinn von 30 680 fl 30 kr entspricht. Dieser Reingewinn
verteilt sich auf jene S 1 ^ Jahre ziemlich gleichmäßig. Eine steigende
oder fallende Tendenz ist nicht zu erkennen. Die jährliche Durch
schnittseinnahme betrug also in jenem Zeitraum etwas mehr als
3600 fl, wovon 2400 fl Meyer Amschel zukamen.
Welche Höhe nun das Geschäftsvermögen im Jahre 1771 hatte,
können wir nicht ermitteln. Zweifellos aber muß sich dasselbe im
Laufe der folgenden fünfzehn Jahre vermehrt haben. Es ist nicht
anzunehmen, daß Rothschild alles, was er verdiente, mit seiner
Familie aufbrauchte, auch nicht, als sein Bruder noch am Leben war.
Das Durchschnittseinkommen von 2400 fl 20 ff, das ihm während
der Jahre 1771 bis 1782 zukam, betrug zweimal soviel als der
Gehalt eines Ratsherrn der zweiten Bank, übertraf den Gehalt eines
Schöffen, den man nach Stellung und Einkommen mit einem heutigen
Stadtrat vergleichen darf, um drei Fünftel, und den des Schultheißen
um ein Drittel 31 . Dazu kam der Wert der freien Wohnung, der bei
den Gewinnsätzen des Maaserbüchleins nicht in Ansatz kommt. Das
Einkommen war also ein recht erhebliches, und Rothschild konnte
auch bei guter Lebensführung, selbst noch im Jahre 1781, wo ihm
sein fünftes Kind geboren wurde, ein gutes Teil seines Einkommens
zu weiterer Vermehrung des Geschäftsvermögens verwenden.
Aus all dem wird es durchaus begreiflich, daß Meyer Amschel
um die Mitte der achtziger Jahre nach seinem Vermögensstand ein
wohlhabender Mann war. Denn diesen Schluß muß man unter allen
Umständen aus seinem Häuserkauf ziehen. Als er noch Junggeselle
war, bewohnte er mit seinen zwei Brüdern, von denen einer ver
heiratet war, einen Hausanteil im Wert von 1600 Rtlrn., und man
darf annehmen, daß von diesem Kapital auf Meyer Amschel nicht
mehr als 1000 fl entfielen. Nach seiner Verheiratung erhöhte er mit
Gutle seinen Hausanteil auf ein Kapital von 3500 fl, womit das un
gefähre Verhältnis zwischen Familienvater und Junggesellen schon
reichlich zum Ausdruck kommt. Der Kaufpreis des Hauses zum
grünen Schild aber, das er anderthalb Jahre nach dem Tode seines
Bruders, am 31. Dezember 1783 und am 7. November 1785 erwarb,
betrug insgesamt 11 630 fl, und damit vermehrte sich sein Haus
kapital auf das Dreieinhalbfache der vorhergehenden Zeit. Wir
müssen aus diesen Daten den Schluß ziehen, daß Rothschild in
der Mitte der achtziger Jahre zu gesichertem Wohlstand gelangt