Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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gewesen  war,  empfahl  folgende  Firmen,  die  sich  ihm  mehrfach  zu
Wechselgeschäften  angeboten  hatten:  Gebr.  Bethmann,  Benjamin
Metzler  sei.  Sohn  et  Comp.,  Jakob  Friedrich  Gontard  et  Söhne,
Gebr.  d’Orville,  Postmeister  Rüppell  et  Comp,  und  den  Hoffaktor
Rothschild.  Bei  allen  diesen  Firmen  halte  er  die  herrschaftlichen
Kassen  für  völlig  gesichert,  auch  wollten  sich  alle  mit  1 U  Prozent
Provision  begnügen.  Der  Landgraf  entschied,  daß  die  150  000  ^  zu
gleichen  Teilen  auf  die  Firmen  Simon  Rüppell,  Bethmann,  Metzler
und  Heyder  zu  verteilen  seien,  d.  h.  daß  jene  Summe  an  diese  vier
Firmen  in  Partialkreditbriefen  zum  Verkauf  remittiert  werde.  Es
waren  das  diejenigen  Bankhäuser,  die  sich  speziell  um  dieses  Geschäft ­
  beworben  hatten.  Von  einigen  waren  die  Inhaber  persönlich
zu  diesem  Zweck  nach  Kassel  gekommen.  Es  durfte  ihnen  Kredit
bis  zu  acht  Monaten  zugebilligt  werden.  Rothschild  hatte  sich  nicht
beworben,  vielleicht  aus  Unkenntnis,  vielleicht  weil  das  Objekt  zu
groß  war  im  Verhältnis  zu  dem  ihm  gewährten  Kredit.  Es  dauerte
aber  nicht  mehr  lange,  da  hatte  sich  die  Lage  zu  seinen  Gunsten
geändert.  Die  bis  dahin  bevorzugten  Firmen  traten  zurück  bis  auf
den  Oberpostmeister  Rüppell,  und  zu  diesem  gesellten  sich  der
Geh.  Legationsrat  Jordis  und  der  Hofagent  Rothschild.  Im  Jahre  1798
war  es  schon  Regel  geworden,  sich  beim  Debit  der  englischen  Wechsel
dieser  drei  Firmen  zu  bedienen.  Als  der  Landgraf  damals  von  seinem
Londoner  Annuitätenkapital  24  000  £  verkaufen  ließ,  wurde  der
Hauptteil  des  Ertrags  jenen  drei  Firmen  zu  gleichen  Teilen  gegen
Barzahlung  überlassen,  der  Rest  an  den  Meistbietenden  abgegeben.
Zu  gleicher  Zeit  hatte  der  Oberkriegskommissar  Reiz  aus  Hanau
infolge  Verkaufs  von  weiterem  Annuitätenkapital  13  000  £  ebenfalls
gegen  bar  abzugeben,  und  diese  ganze  Summe  wurde  Rothschild
überlassen,  weil  er  das  höchste  Gebot  gemacht  hatte.  Damit  hatte
er  zum  ersten  Mal  auch  seine  engere  Konkurrenz  überflügelt 29 .
Bis  zum  Jahre  1800  war  das  Wechselgeschäft  neben  dem
Geldwechseln  das  wesentlichste,  vielleicht  das  einzige  bankmäßige
Geschäft,  das  Rothschild  betrieb.  Die  Verbindung  des  Warengeschäfts
mit  dem  Bankgeschäft  und  das  Herauswachsen  des  letzteren  aus
dem  ersteren  muß  man  sich  so  denken,  daß  Frankfurt  ein  Sammelbecken ­
  war,  in  das  große  Massen  von  Waren  zusammenströmten,
um  dann  wieder  in  größeren  oder  kleineren  Kanälen  auseinander  zu
fließen.  Das  führte  zum  Speditions-  und  Kommissionsgeschäft  und
in  Verbindung  damit  zum  Wechselgeschäft.  „Wechsel,  Spedition  und
            
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