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um zwölf Uhr mit Haenle zu ihm kommen solle, um
dann gemeinschaftlich mit uns festzustellen, was er tun
könne.
3. Anbei einen Brief von Holthoff. Er hat einen Brief
Helenens vom 9. aus Bern erhalten, worin sie alles
widerruft, was sie ihm geschrieben. Er legt aber keinen
Wert darauf, schiebt es bloß auf rohe Gewalt, erklärt
es für ein Diktat des Vaters. In einem anderen Briefe
von ihm, den ich soeben erhalte, spricht er dies noch
stärker aus, sagt, daß dem Briefe Helenens an ihn sogar
die gewöhnlichsten Höflichkeitsformen fehlen, er im
rohesten Geschäftsstil geschrieben sei usw. Er hat
wohl recht! Aber der Gedanke ist dennoch furcht
bar! Ich leide jetzt noch entsetzlicher als bisher. Meine
Ahnung hat sich bestätigt! Aber ich muß sie trotzdem
gewinnen!
4. Von Rüstow langt eine Depesche an. Er hat He
lenen irgendeinen Brief — ich weiß nicht, ob einen ganz
kurzen lakonischen, den ich ihm ließ, oder den langen
beweglichen, sogenannten Ambernyschen Brief — end
lich insinuiert und von ihr Antwort bekommen, die er
mit „ganz schlecht" bezeichnet. Das heißt natürlich nicht
mehr als: auch der Brief an Holthoff hat schwerlich, hat
keinesfalls einen größeren Wert. Ach! es wäre furcht
bar, auch noch an einer Unwürdigen zugrundegehen zu
müssen! Und ich selbst trüge die Schuld ihrer Unwürdig
keit! Furchtbare, furchtbare Verwicklung.
5. Die Hauptsache ist jetzt, daß Sie die Arson auf
packen, mit ihr nach Genf gehen und Helene, vor allen
Dingen Helene selbst wieder fest machen. (Denn daß