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deutung, indem fie als Brennftoffquelle für Gegenden dienen, in denen
es weder Steinkohle no Holz gibt.
3inferz wird in Kongrekpolen nur in der Geftalt von Galmei
mit geringer BVeimijhung von Blende gefördert, die Bleierze ent-
halten einen Meinen Zufjaßg von Silber,
In Kongrekpolen, wo während der Iekten Hundert Yahre die
politildgen Ereigniffje mehrmals die ruhige induftrielle Arbeit unter-
braden und wo die Montanindujtrie keinen folgen Schuß genok wie
in Preußen, wurden die Bleigruben, troßdem der Bleiberghbau fehr
alt und bis ins Mittelalter zurüdreichht, nicht wieder in Tätigkeit
gefeßt; an ihrer Stelle entjtanden in der Nähe von Olkujz Galmet-
gruben, die übrigens nur eine geringe Produktion aufweijen. Nah
der Blende dagegen, deren Vorkommen im tieferen Lagen hier wie
in Schlefien anzunehmen ijt, hat no niemand ernitlid gefudht; und es
it doc angefichts der ausgedehnten Flächen, die in Kongrekpolen
ber erzführende Dolomit und der Sohlenkalk einnehmen, das VBor-
handenjein grober Mengen von Blei- als auch Zinkerzen beitimmt
zu erwarten.
€s gibt nod) eine zweite Gegend in Kongrekpolen, in der Blei-
erze zu finden find, nämlih die Gegend von Kielce und Checiny, in
welder vom 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Bleiglanzgruben
und Bleihütten beftanden. Bleiglanz bildet dort Wdern in devonijdHem
Ralf; die Dimenfionen der einzelnen Blöde diefes Erzes Iaffen ver-
muten, daß jadhgemäßhe und mit entjpredendem Koltenaufwand durch-
geführte Nacdhforfhungen zu einer Wiederaufnahme dieler Berawerke
Jühren werden,
In Ciedhocinekt an der Weicdhjel treten Salzquellen, die 4,5
bis 6% Salz enthalten, auf. Die Sole wird in Gradierwerken bis
20% Ionzentriert und dann gefjotten. Die Solliederei in Ciedhocinek i{jt
bie einzige einheimi[de Bezugsquelle von Salz für Kongreßpolen, doc
ijt die Produktion hei bheitem nicht ausreihend, um den Bedarf zu
deden.
Die Bermutung ijt berechtigt, dak au die [Hwefel- und falz-
haltigen Quellen, die an mehreren Stellen im jübliden Teil der Land»
Iqhaft Kielce zutage freien und denen die Kuranfjtalten Bujt und
Solce ihre Entjtehung verdanken, auf das Vorhandenfjein von Stein:
jalzlagern hinweijen; das ijft um fo wahrfdheinlidher, als das dortige
Seftein derfelben Miozänformation angehört wie die Jalzführenden Ges
iteine in Wieliczla und Bochnia und in Oberfhlkefien.
nn Kongreßpolen finden jiH Eifenerze an mehreren Stellen
in beträchtlider Ausdehnung, und [hon feit längerer Zeit bildet ihr
Borhandenfein eine Stüße der Eijenindujtrie des Landes. Eine Be-
rechnung ibrer Gelamtmenae, wie wir fie für die Steinkohle vor: