Von der Produktion des Jahres 1928 entfielen auf die staatlichen Werke
(13 Schächte und 6 Fabriken) 1879000 to und auf die Sainte Therese (5 Schächte
und 2 Fabriken) 701 000 to Kalisalze. Die entsprechende Ziffer für das Jahr 1929
— 2215000 to und 918000 to — zeigen ein ziemlich gleichmäßiges Wachsen beider
Gruppen an. Die Zahl der Schächte und Fabriken erfährt fortlaufend eine
weitere Vermehrung, es werden neue Bohrungen noch auf bisher unerforschten
Gebieten vorgenommen, und das Ziel dieser Bemühungen ist, bis zum vorläufigen
Ablaufstermin des deutsch-französischen Vertrages die französische Leistungs-
fähigkeit auf etwa 8 Mill. to Kalirohsalze zu bringen. Außer den beiden genannten
Gesellschaften gehört dem französischen Syndikat seit Anfang dieses Jahres noch
eine weitere Firma (Mines des Potasses de Blodelsheim) an, die ihre Anlagen aber
erst 1932 betriebsfertig haben wird.
Im März 1929 wurde in Nancy eine späterhin vielleicht noch einmal wichtig
werdende Gesellschaft gegründet, die Societe& Financiere de VEst (Sofinest),
deren Aktienkapital inzwischen auf bereits 450 Mill. Fr. erhöht worden ist. Sie
interessiert sich für elsässische Bergwerksgesellschaften, insbesondere für die
Sainte Therese. Hinter dieser Beteiligungsgesellschaft steht u. a. der Finanzmann
L. Bailly. Die französische Regierung hat seit längerer Zeit die Absicht gezeigt,
die Mines Domaniales in eine gemischtwirtschaftliche Gesellschaft zu verwandeln,
deren Mehrheit beim Staat liegen soll. Man hofft, in dieser Form kalichemische
Projekte leichter durchführen zu können; bisher sind jedoch Versuche dieser Art
an einem zu starken parlamentarischen Widerstand gescheitert.
Die Mines Domaniales planen die Errichtung eines kalichemischen Betriebes
bei Cette, Kali-Ste. Therese bei Rouen. Interessant für die weitere Entwicklung ist
auch die Errichtung einer neuen großen Verarbeitungsanlage, die die belgische
S. A. Produits Chimiques de Tessenderloo gemeinsam mit der Societe
Commerciale in Belgisch-Limburg durchzuführen beschlossen hat. Das Aktien-
kapital der belgischen Chemiegesellschaft wurde zu diesem Zweck von 35 auf
45 MilL Fr. erhöht.
Die Kaliproduzenten außerhalb Deutschlands und
Frankreichs
Von Ländern, die außerhalb Deutschlands und Frankreichs Kalisalze fördern,
sind gegenwärtig nur Polen, Spanien und die Vereinigten Staaten zu nennen.
In Polen wird vorläufig nur dasjenige in Galizien gelegene Kaligebiet
abgebaut, mit dessen Ausbeute österreichisches Kapital schon vor dem Kriege
begonnen hatte. 1928 dürfte die Produktion 35000 bis 40000 to Reinkali betragen
haben, wovon rund ein Drittel exportiert worden ist, insbesondere nach Schweden
und der Tschechoslowakei. Hinter den polnischen Werken steht als Tlnternehmer
der Staat,
In Spanien betrug die Rohsalzförderung im Jahre 1928 etwa 200000 to, die
Reinkaligewinnung wird auf etwa 15000 to geschätzt.
In den Vereinigten Staaten ist insbesondere die American Trona Cor-
poration zu erwähnen, deren neue Anlage eine beträchtliche Leistungsfähigkeit
hat. Im Durchschnitt der letzten Jahre war die gesamte amerikanische Reinkali-
Gewinnung zwar im Weltmaßstab gering, zeigt aber doch eine bemerkenswert
steigende Tendenz. Sie stieg von 20000 to im Durchschnitt der Jahre 1923/26 auf
40000 to 1927 und etwa 80000 to 1928. Ueber größere Kalifunde in Texas und