Full text: Das Baugewerbe in der Volks-, Berufs- und Betriebszählung von 1925

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sierten an der Gesamtzahl sämtlicher Bauarbeiter dieser Bezirke zu 
erwarten wäre. Auch Königsberg hat bei allerdings kleiner Grund- 
zahl einen sehr hohen Prozentsatz von freigewerkschaiftlich organi- 
sierten Töpfern. 
Die sich für die Bauhilfsarbeiter ergebende Reihenfolge 
der Bezirksverbände kommt der für die gesamte Bauarbeiterschaft 
aufgestellten Reihe naturgemäß sehr nahe. Die Organisations- 
zugehörigkeit beirägt in den Bezirksverbänden: 
Dresden .. . 88,5% Breslau ... 57,5% 
Hamburg .. 84,8, Erfurt ....56,3,, 
Rostock ... 83,0, Hannover .. 55,8, 
Bremen ... 772, Berlin .... 548, 
Königsberg . 73,2 ,, Stettin .... 50,5, 
Magdeburg . 61.9, Frankfurt . . 474. 
Nürnberg .. 45,0 % 
Karlsruhe . . 38,8 ,, 
München .. 37,0, 
Dortmund . . 35,0, 
Köln .....30,6, 
Stutigart ... 27,2, 
c) Die Verteilung der Bauarbeiter nach Wirtschaitszweigen. 
Die Richtung in der Entwicklung zum Großbetrieb, die in den 
meisten Industriezweigen unserer heutigen Wirtschaft deutlich er- 
kennbar ist, hat auch auf dem Gebiete der beruflichen Zusammen- 
setzung der Arbeiterschaft interessante Wandlungen hervorgerufen. 
Der Großbetrieb, der vielfach erst eine weitgehende berufliche 
Spezialisierung der Arbeiterschaft ermöglicht und vorteilhaft macht, 
ist anderseits der Rahmen, in dem sich die verschiedenartigsten Be- 
rufe vereinigen, deren Tätigkeit zur Herstellung der Produkte be- 
nötigt wird. Eine kleine Schlosserei beschäftigt nur Schlosser, eine 
kleine Tischlerei nur Tischlergesellen; in einer modernen Maschinen- 
labrik sind dagegen neben den Schlossern, Drehern, Formern, Werk- 
zeugmachern, Monteuren, Mechanikern noch Maler und Lackierer, 
Tischler, Sattler, Zimmerleute, Stellmächer und zahlreiche andere 
Hilfsberufe vertreten. Je größer der Betrieb ist, desto wirtschaftlicher 
ist es für ihn im allgemeinen, die notwendigen Reparatur- und In- 
standsetzungsarbeiten in eigener Regie durchzuführen, anstatt sie an 
Handwerksmeister zu vergeben. Es hat sich so in den letzten Jahren 
die Gruppe der Regiearbeiter oder — wie die amtliche Berufsstatistik 
sagt — der „Betriebshandwerker“ herausgebildet, worunter die Hand- 
werker verstanden werden, die nicht mehr in dem Gewerbezweig 
tätig sind, aus dem sie ursprünglich hervorgegangen sind. Schon die 
Bezeichnung „Betriebshandwerker“ zeigt, daß darunter nur gelernte 
Berufszugehörige nachgewiesen sind, dagegen keine HilHsarbeiter.
	        
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