2. Die Güter des Vinnenschiffahrtsverkehrs in Deutschland. 563
aus der Dahme und aus der Spree bis zur Gegend von Neukölln und von da bis
zur Havel bei Potsdam führende Teltowkanal, der aus diesem zum Wannsee
abzweigende Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal und ein Verbindungskanal zwischen Neu
kölln und dem Berliner Landwehrkanal; ferner die E l d e unterhalb Dömitz', die
Voitze unterhalb Boitzenburgs, die Stör unterhalb Itzehoes; auf dem linken Elb
ufer die Schwinge unterhalb Stades, der Ihle- (oder Neuer Plauer) Kanal
von Magdeburg zum Alten Plauer Kanal und dieser selbst, von Parey an der
Elbe zur Havel bei Plau hinabführend.
Die kanalisierte Fulda von Kassel und die Weser von Münden an.
die Aller, nicht bis zur Mündung, sondern nur von Eickeloh bis Westen (auf
47,8 km Länge), die Hunte unterhalb Oldenburgs.
Der Kanal Dortmund-Emshäfen, der — Schiffe von über 700 t
tragend und mit seinem Zweige Herne-Henrichenburg über 280 km lang — gegen
wärtig die großartigste künstliche (reine Binnen-) Wasserstraße Europas bildet, die
Mündungsstücke der Papenburger Kanäle und der L e d a in die Ems.
Der Rhein von Bafel ab bis zur niederländischen Grenze, die Hafen-
k a n ä l e von Straßburg, Basel, Kehl, Karlsruhe und Krefeld, der
von seiner Mündung bis 70 km von dieser hinauf kanalisierte Main, die
unteren 240 km der Mosel, der E r f t k a n a l bei Neuß, der Spoykanal
bei Kleve, endlich die Lippemündung bei Wesel.
Die Donau, bei günstigen Wasserständen von Bergheim, 270 km oberhalb
der österreichischen Grenze.
Zusammen sind das rund, einschl. etwa 70 km nichtstaatlicher, 4200 km Schiff
fahrtsstraßen für Fahrzeuge von 400 t oder mehr, darunter der größte Teil für solche
von 600 t oder mehr. —
Nach 1912 treten zu ihnen noch hinzu: die auszubauende Wasserstraße
Weichsel-Oder, die Warthe von Posen bis zur Netzemündung, für Schiffe
von 400 t; der Kanal von Hannover zur Weser mit Zweigkanal nach
Linden, der Aufstieg von der Weser zum Kanal Weser-Bevergern
mit Zweigkanal nach Osnabrück, der Kanal Herne-Rhein, die großenteils
durch Seitenkanäle zu ersetzende oder zu kanalisierende Lippe zwischen Lipp-
st a d t und Wesel, für Schiffe von 600 t und mehr.
2. Die Güter des Binnenschiffahrtsverkehrs in
Deutschland.
Bon Karl von der Aa.
von der Aa, Der Verkehr auf den deutschen Binnenwasserstraßen. Zugleich be
gleitender Text zu des Verfassers Wandkarte „Die deutschen Binnenwasserstraßen". Leipzig
und Berlin, B. G. Teubner, 1912. S. 10—13.
Der Personenverkehr auf Binnengewässern hat in der Regel nur örtliche Be
deutung. Erwähnenswert ist der Reiseverkehr auf dem Rhein von Mainz bis Köln,
auf dem Bodensee und auf der Dresdner Elbe.
Im Güterverkehr unterscheidet man Massengüter, Stückgüter und
lebendes Vieh. Die Verfrachtung des letzteren mit Schiffen ist unwesentlich.
Unter Massengütern versteht man solche, die in ganzen Schiffsladungen ver
frachtet oder in ganzen Wagenladungen auf den Schiffsverkehr übergeleitet werden.
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