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weniger als 200 Zähne ziehen lassen wollen. Bei jedem
neue Listen führenden Buchhalter konnten Vater und Mutter,
Großeltern und sonstige Angehörige je einmal zur letzten Ruhe
bestattet werden.
Hier mag auch der Standpunkt eines Holzarbeiters, der be
sonders interessant, Erwähnung finden. „Mir macht die Arbeit
Vergnügen und läßt die Zeit im Flug enteilen, wenn ich bei einem
Werkstücke nicht nach Schema F zu arbeiten brauche, sondern
meine eigenen Ideen und Geschmack zum Ausdruck bringen
kann. Man schafft dann damit einen gewissen liebevollen Eifer
und betrachtet das fertige Stück mit einer gewissen Pietät, so
ähnlich wie der Herrgott den ersten aus Lehm geformten
Menschen. Ständig das gleiche Stück herzustellen, wirkt geistes-
tötend. Dasselbe trifft bei ständiger Tätigkeit an der Holzbear
beitungsmaschine zu, nur daß man dann leicht geneigt ist, mit
der Maschine zu spielen, in dem Sinne, daß man sie seine
Übermacht als Mensch, ich möchte sagen: will fühlen lassen,
indem man das heulende, surrende, stöhnende Ding bis zur
äußersten Kraftleistung quält und sich freut, wenn sie, der füh
renden Hand gehorchend, das wildeste Stück Holz verschlingt
und formt.“ Im allgemeinen aber entwickelt die psychologische
Tatsache der Lebenshemmung durch die Gebundenheit an die
Maschine ein Maximum an Unlustempfindung, indem der Geist
sich gegen die Maschine empört, welche ihn ausschaltet, gegen
die Maschine im weitesten Sinn einer organisierten, seelenlosen,
das Individuelle zermalmenden Masse. In den meisten vorliegen
den Antworten liegt direkt eine Spannung. Man sieht ordentlich
Menschen sehnenden Herzens, mit glühenden Augen die
Feiertagsstunde erwarten. — — — „So stürme ich, wenn der
Glockenschlag ertönt, wie ein Besessener zum Fabriktor hinaus
— —“ schreibt u. a. ein Metallarbeiter, der nur Massenartikel
herstellt. Ein Eisendreher: „Arbeitsschluß. Wie es sich dehnt,
streckt und hebt in mir. Laut hinaus könnte ich Freudenschreie
senden.“ Ein anderer: „Ich muß mich zwingen, Interesse ian
meiner Arbeit zu finden und kann es doch nicht. Ein Fisch
kann nicht in der Luft leben, weil er durch Kiemen atmet. Und
meine Seele kann bei einer Arbeitsmethode nicht leben, wo sich
nichts zum Denken bietet. Ich wehre mich mächtig gegen diese
Vergewaltigung, und weil mein sittlicher Mensch noch Kraft