Verhältnis des laufenden Reinertrages zu den festen Kosten. 65
K o st e n den ~ wirklich aufgewandten oder geschätzten – Kaufpreis des
Bodens, des Holzvorrates und des gesamten stehenden Kapitals (Wege,
Gebäude, Geräte usw.) bezeichnet, zuzüglich aller ferneren Ausgaben für
Neuaufforstungen oder für Neubildung stehenden Kapitals, sofern sich die
Wirksamkeit der betreffenden Anlagen über mehrere Wirtschaftsjahre
erstreckt!). Da nun Ankaufspreise von Waldungen in den seltensten Fällen
vorliegen, und da anderseits eine feste Grundlage für die Rentabilitäts-
rechnung gefunden werden muß, wird eine wichtige und zugleich schwierige
Aufgabe in der Regel die Sch ätz ung der f e sten Kosten bilden.
Die Bemessung des Waldkapitals nach dem Ertragswert ist, wie wir
gesehen haben, unzulässig, da wir ja gerade das Verzinsungsprozent finden
wollen. Wir haben also nur die Wahl, entweder auf Grund getätigter
Waldankäufe eine ganz rohe überschlägliche Schätzung vorzunehmen, oder
wir müssen die Einzelbesstände schätzen. Die erstere Methode ist anwendbar,
wenn wir eine Vergleichung der Rentabilität in den verschiedenen Wirt-
schaftsjaehren nur innerhalb eines und desselben Be-
tr i e b e s im Auge haben. In diesem Falle ist offenbar die Höhe des der
Rechnung zugrunde liegenden Erwerbskapitals gleichgültig. Etwas
anderes ist es, wenn wir die Vergleichung der Rentabilität inn er h a l b
verschiedener Betrieb e vornehmen wollen. In diesem Falle muß
die Schätzung nach einheitlichen Grundsätzen stattfinden. Eine solche
einheitliche Schätzung ist aber nur nach dem Z er s<l a gung s wert
möglich, d. h. es muß jeder Bestand, getrennt nach Boden- und Holzwert,
gesondert geschätt werden. Für den Boden werden zweckmäßig bestimmte
Preise sstandortsklassenweise für größere Wirtschaftsgebiete gutachtlich in
Anlehnung an getätigte Käufe festgesetzt. Verwertbare Holzbestände werden
mit dem Preise eingeschätztt, den sie im Falle der Abnutzung und Ver-
äußerung erzielen würden. Die festen Kosten soeben ausgeführter Kulturen
sind gleich den Kulturkosten. Die Preise der nicht verwertbaren 1 ~ a-
jährigen Bestände findet man entweder graphisch, indem man die Kurve,
die sich durch Verbindung der Preise der a + 1- bis ungefähr 8Ojährigen
Bestände ergibt, nach unten bis zum Jahre 0 (Kulturkosten) verlängert,
oder entsprechend der auf Seite 46 für die Bezifferung des Zuwachses in
Geld vorgeschlagenen Weise.
Gegen die Bemessung der festen Kosten nach dem Zerschlagungswerte
kann eingewendet werden, daß dieser die Höhe des Erwerbskapitals
unzutreffend wiedergibt. „Das Ganze ist nicht gleich der Summe seiner
!) Vgl. S. 43.
Go dbersen, Forstl. Oekononiik.
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