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erfaßbar. Der isolierte Wirt vergleicht einfach den alten mit dem
neuen Gleichgewichtszustand, zu dem er allenfalls übergehen
will. Erscheint ihm dann der. Übergang vorteilhaft, so wird er
einfach vollzogen, ohne daß die Erscheinungen des Überganges
durch eine ganz andersartige Methode erfaßt werden. Die
statische Zurechnungstheorie kann in der Dynamik höchstens
argänzt, nicht aber von Grund auf abgeändert werden. Schum-
peter stimmt implicite dieser Ansicht. selbst zu, indem es für
ihn in der Dynamik einen dritten Produktionsfaktor‘ die Unter-
nehmerleistung gibt, der er, auf den Regeln der Statik auf-
bauend, also auf Resultaten, die aus der Betrachtung einer
ständig nach einem gewissen Gleichgewichtszentrum tendieren-
den Wirtschaft gewonnen sind, eine Ertragsquote zurechnet!),
was doch sonderbar erscheinen muß, wenn man früher gelesen
hat, daß Statik und Dynamik zwei ganz verschiedene Bauwerke
sind, die es mit verschiedenen Problemen. und Methoden zu
tun haben.
Schumpeter schreibt an einer Stelle, daß die „Männer
der Tat‘ ebenfalls nach dem Prinzipe der Wirtschaftlichkeit
verfahren und sich im Tauschverkehr dieselben Grundsätze,
die auch die statischen Wirtschaftssubjekte leiten, zu eigen
machen?). Ein anderes Mal führt er wörtlich aus: „Die statische
Theorie steht von der Gesamtheit der wirtschaftlichen Tatsachen
nicht an allen Stellen gleichweit ab. Sie paßt an manchen
Punkten prinzipiell genau, d. h. sie gibt uns da den Schlüssel
des Verständnisses, an anderen nicht. Sie hat so gleichsam
einen Doppelcharakter, in einer Fassung ist sie eine allgemeine
Katallaktik, in einer anderen Fassung eine weitergehende Be-
schreibung einer besonderen Type von wirtschaftlichen Vor-
gängen‘“3). „Man könnte kurz sagen: Soweit die Statik nichts
ist als eine Logik des Wirtschaftens, gilt sie allgemein. Soweit
sie eine Psychologie des Wirtschaftens gibt, versagt sie in einem
sehr wesentlichen Fall. Da gilt sie nicht allgemein“ %).
Hier kommt es also deutlich zum Ausdruck, daß die Statik
1) Schumpeter, Entwicklung, S. 222ff. ?) ebda., 1. Aufl., S. 138,
2) ebda., 1. Aufl., S. 512. *) ebda., 1. Aufl., S. 512 Anm. 1, Vgl. auch
Löwe, Adolf, Zur ökonomischen Theorie des Imperialismus, in: Wirtschaft
u. Gesellschaft, Festschrift £. Franz Oppenheimer, Frankfurt 1924, S. 214/15.