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26 Besitzwechseln
84,6 °/o 22 Besitzwechsel zwischen Nicht-Jrhern,
15,4 % 4 Besitzwechsel von Jrhern an Nicht-Jrher,
0,0 °l 0 0 Besitzwechsel von Jrhern an Jrher,
0,0 % 0 Besitzwechsel von Nicht-Jrhern an Jrher
stattfinden. Es stellt sich also heraus, daß die Jrher die Jrherstraße
wieder verlassen, ihre Häuser gehen in den Besitz anderer Hand
werker über.
Wie die Tabelle zeigt, wird nunmehr auch der Charakter der
I r h e r st r a ß e ein völlig anderer. Die Zahl der Handwerker unbekannter
Prosession hat stark abgenommen und es wird uns enthüllt, welch
reiches Gewerbsleben in dieser kleinen und engen Straße vorhanden
ist. Vor allen Dingen erscheinen seit 1528 eine ganze Reihe von
Wirtshäusern und Weinschenken; diese große Zahl der Wirtshäuser,
die Siebentürme, Schwarz Kreuz, Rudolff, Goldener Pelikan, Rothes
Rößlein, Weißer Adler, dann die Weinschenken passen gut zu dem
Ratserlaß von 1593, wo den Salz- und Eisenhändlern in der Jrher
straße verboten wird, hinfort ihre Waren vor ihren Häusern aufzu
laden, und wo ihnen anbefohlen wird, diese auf den Neuen Bau zu
schleifen und dort aufladen zu lassen; den Fuhrleuten wird verboten,
ihre leeren Wagen auf der Gasse stehen zu lassen, damit die Straßen
nicht versperrt werden, und der Wagensteller erhält den Befehl, die
leeren Wagen, welche er dort antrifft, zu entfernen Z. Eine ganze
Reihe von Akten, auf welche hier aber nicht mehr eingegangen werden
kann, weil von jetzt ab ja fast keine Jrher mehr vorhanden sind, orien
tiert uns, daß ein tätiges mittelalterliches Verkehrs-, nicht bloß Gewerbs
leben seinen Einzug gehalten hat, und die Handwerker, welche die
Bedürfnisse des flutenden Verkehrs befriedigen,, wie auch die, welche in
gut belebten Straßen vorhanden sind, fügen sich wohl in dieses neue
Bild ein.
Wir wollen vielmehr noch einmal zu der zweiten Periode zurück
kehren und versuchen, noch einiges über die Jrherstraße zu erfahren.
Wir haben bereits gesehen, daß außer den Jrhern eine große Anzahl
anderer Handwerker noch vorhanden sind; in Endres Tuchers Ver
zeichnis der Brunnenröhren und Schöpfbrunnen (1464—1475) wird
auch ein „Prunn mit vier eimern an der Jrhergassen" * 2 ) erwähnt;
wir werden später noch sehen, daß das Wasser eines Brunnens unter
Umständen für den Bedarf einer Gerberei auszureichen hat, obwohl
damit nicht gesagt sein soll, daß dieser Brunnen für Gerbereizwecke in
0 Nürnberg, Stadtarchiv, Bauamt LXXVIII, 279.
2 ) Bibl. des litt. Vereins in Stuttgart, Bd. LXIV, S. 190.