Die sinnliche und die intelligible Welt.
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schaftlichen Darstellung bringt, vermag Bruno vom Standpunkt
seiner Erkenntnislehre nicht endgültig zu begründen: was er erreicht,
ist lediglich, sie in Seiner ästhetischen Einheitsanschauung
vorwegzunehmen. Es ist das Charakteristische von
Brunos Lehre und der Erklärungsgrund für alle Widersprüche,
die man in seiner Verhältnisbestimmung von Immanenz und
Transscendenz von jeher gefunden hat, dass er den Gedanken der
Immanenz, den seine Anschauung der Natur fordert, in seiner
Lehre vom Begriff nicht zur reinen Durchführung gebracht
hat.3) Seine Metaphysik verlangt die Einheit aller seelischen
Vermögen, ja im letzten Grunde ihre absolute Indifferenz:
ist es doch ein und dasselbe Bewusstsein, das alle Formen der
Natur durchdringt und das sich auf den niederen Stufen als
dumpfe und verworrene Empfindung, auf den höheren und
höchsten als reine Vernunfttätigkeit äussert.%®) Aber das psychologische
Postulat, das hier gestellt wird, vermag Brunos Erkenntnislehre
nicht zu rechtfertigen: wir werden im Einzelnen
verfolgen können, wie sie, durch ihren Verzicht auf das echte
Mittelglied der Mathematik, den Ausgleich zwischen Anschauung
and Denken notwendig verfehlen muss. —
Dennoch lassen sich auch hier wenigstens die Ansätze bezeichnen,
die auf ein derartiges Endziel hindeuten. Wenn die
Eigentümlichkeit der Sinnlichkeit in ibrer grenzenlosen Relativität
gefunden wird, so erscheint nunmehr auch das Denken
and wissenschaftliche Begreifen auf die Feststellung und Bewährung
von Beziehungen verwiesen. Nicht darum handelt
es sich, durch Aufhebung bestimmter Merkmale zu immer
höheren, aber auch inhaltsärmeren Gattungen aufzusteigen
und auf diese Weise das Besondere zu allgemeinen logischen
Abstraktionen zü verflüchtigen. Der Weg des Denkens ist vielmehr
der der Analyse: es gilt, ein zunächst verworren aufgefasstes
Ganze in seine inhaltlich bestimmenden Grundmomente
zu zerlegen, um diese Einzelglieder sodann wiederum zu einer
Einheit zusammenzufassen, in der sie nach ihrem wechselseitigen
Verhältnis zu einander klar begriffen und dargestellt sind.
Wie ein einzelnes Glied des Leibes, wenn wir es im Gesamtorganismus
betrachten, grössere Deutlichkeit und „Erkennbarkeit“
besitzt. als wenn wir es losgelöst und für sich allein in Erwä-7%