Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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gesetzlos sie die menscliliche Natur einzubannen und ihrer 
Btaatspoetischen Willkür zu unterwerfen versuoht, so behorrsoht 
sie ihren Stoff doch wenigstens mit einigen leitenden Ideen, 
die durch ihre blosse Form und namentlich durch die Einheit 
lichkeit, die sie der gedanklichen Staatsconstruction ertheilen, 
eine gewisse Bedeutung erhalten. Plato hat bekanntlich für 
den Kern seines Staats, nämlich für die Herrschenden und 
Krieo-cr, eine rohe Art der Gemeinschaft des Eigenthums und 
(kr Frmmn vm-zemhne^ und ^ veHe^ff dm Natm^^s^zo des 
menschlichen Verkehrs nicht etwa blos durch die Willkir, 
Verworrenheit und Unfreiheit jener Einrichtungen, sondern 
drückt ihnen durch die philosophisch priesterliche Leitung er 
betrefknden A.ngeleg(mheiten noch den l^tenipel der T^hcudkratie 
oder vielmehr eines noch viel schlimmeren Gebildes auf. übwoh 
er sicherlich die unerträgliche Gestaltung, die schon eine blosse 
Aüunäherung an sein Gebilde in der IVlrkliclikeit liätte niitsicli 
bringen müssen, im besondcrn Fall nicht beabsichtigte und au 
sein Ideal vom Philosophen zählte, so hat er sich doch später 
in einer ebenfalls politischen Schrift ganz und gar in das 
Priesterhafte verloren, so dass man hierin auch einen Finger 
zeig für die Beurtheilung seines ursprünglichen Staatsentwurts 
erblickeii mus^ ISein VTeidr und seine jirt und l^^eise sind 
ein typisches Beispiel für die Hinwegsetzung über die ersten 
Grundgesetze der menschlichen Natur und des socialen Ver 
kehrs. Mit einer Kritik seiner phantasiereichen Gonstructionen 
ist zugleich alles Aehnliche abgethan, was im Lauf der Ge 
schichte in dieser Gattung hervorgebracht worden ist und vor 
aussichtlich auch noch später hervorgebracht werden wird. 
Wenn das Spielonlassen der Imagination in Angelegenheiten 
des Eigenthums und des Geschlechterverkehrs mit Hintansetzung 
der Innern und äusserii ^Tothivemhiigkeitmi der \virklicheii l,e- 
staltungen Socialismus heissen soll, dann ist der letztere aller 
dings hei Plato und sogar schon bei früheren Schriftstellern 
aufzusucheri. Jia inan ,vird niclff in ITerlegeiiheit geratlnm, 
wenn man die Träume der menschlichen Phantasie in allen 
möglichen Beurkundungen der Völkerexistenzen nachweisen 
will. Aus diesem Grunde glauben wir aber auch in den neuern 
Jahrhunderten die politische und sociale Phantastik im Interesse 
der eigentlichen Wissenschaft ausschliessen zu müssen, wenn 
sich in ihren Erzeugnissen auch hin und wieder Ansätze zn
	        
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