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Mittel-
alter.
Neue Zeit
Weltgeschichte gewesen, daß doch gewisse Phasen derselben Berück-
sichtigung verdienen. Vor allen Dingen ist darauf aufmerksam zu
machen, daß der Vorrat an Edelmetall schon im klassischen Altertume
ein sehr erheblicher war, der infolge der Konzentrierung auf ein kleines
Territorium und eine geringe Bevölkerung, welche den damaligen Welt-
verkehr umfaßte, sehr erheblich ins Gewicht fiel. Dazu kommt, daß
die Verteilung jenes Vorrats eine weit geringere war als in der neueren
Zeit, vielmehr die Konzentration in einzelnen Händen alles übersteigt,
was in dieser Beziehung gegenwärtig auch nur annähernd vorkommt.
Der Schatz des Ptolomäus Philadelphus wurde nach Böckh
auf 740000 Talente geschätzt, nach unserem Gelde etwa drei Milliarden
Mark, eine Summe, die ungefähr den Barvorrat der deutschen Reichs-
bank mehr als dreimal übersteigt, der gegenwärtig die Grundlage eines
großen Unternehmens bildet, welches hauptsächlich im öffentlichen
Interesse arbeitet, nicht den Besitz eines Herrschers ausmacht. Cyrus
hinterließ 500000 Talente oder zwei Milliarden Mark, und derartige
Nachweise der: Anhäufung eines Barschatzes in einzelnen Händen
ließen sich leicht erheblich vermehren. Leider aber fehlt es an Ar-
beiten, welche auf Grund der neuerdings zu Tage geförderten Inschriften
und sonstigen Dokumente den damaligen Geldwert nach Preisüber-
lieferungen festzustellen versuchen, so wünschenswert dieses wäre und
so viel wertvolles Material hierzu allmählich aufgefunden ist. Man
wird indeß annehmen können, daß der Geldwert zur Zeit der Blüte
Griechenlands und Roms nicht wesentlich von dem in der Zeit von
1750—1850 entfernt gewesen sel.
Zur Zeit der Völkerwanderung ging ein großer Teil der bis dahin
angesammelten Schätze verloren, und die Edelmetallproduktion schlief
Jahrhunderte hindurch fast völlig ein, so daß eine sehr starke Steige:
rung des Geldwertes stattgefunden haben muß. Man hat angenommen,
Jaß er bis zum Jahre 800 auf das Vierfache gestiegen ist, indem man
berücksichtigte, daß der Preis einer Kuh nach unserem gegenwärtigen
Gelde etwa 3 Mk. war, der eines Zentners Weizen im großen Durch-
schnitt 1 Mk. wenig überstieg, eines Zentners Roggen 1 Mk. kaum er-
reichte. Seit jener Zeit begann die Produktion namentlich an Silber
in verschiedenen Teilen Europas, besonders in Böhmen, Sachsen, im
Harz eine beachtenswerte Ausdehnung zu gewinnen, so daß der Geld-
wert bis zum Jahre 1300 sank, um dann etwa zwei Jahrhunderte zum
Stillstand zu gelangen.
Die Entdeckung Amerikas bewirkte dann ein rapides Sinken des
Wertes der Edelmetalle; in Spanien schon Ende des 15. Jahrhunderts;
in Frankreich und Deutschland insbesondere von 1500—1600. Die
Goldbeute der Spanier in Peru wird auf 20 Mill, Mark veranschlagt.
Die gesamte Ausbeute an Gold in den amerikanischen Kolonieen wird
von Lexis für die Zeit von 1500—1521 auf 100 Mill. Mark geschätzt;
von 1534—1600 von Soetbeer auf 230 Mill, Mark an Gold. Bei der
geringen Ausdehnung der Kulturwelt, der niedrigen Bevölkerung der
damaligen Zeit und ‘der geringen Ausdehnung des Geldverkehrs,
namentlich bei der Landbevölkerung, mußte dieses Quantum einen er-
heblichen Druck auf den Goldwert ausüben. Die Gesamtproduktion
an Silber schätzt Soetbeer für die Zeit von 1501—1544 auf 460 Mill.
Mark in Amerika und Europa zusammen. In den 15 Jahren von
1545—1560 allein 740 Mill. Von 1561—1580 auf 920 Mill. Von
1581-—1600 auf 1220 Mill. Bis in die Mitte des folgenden Jahrhunderts