Object : Russlands Bankerott

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Der  russische
Konsum.

die  Viehhaltung  quantitativ.  —  In  dieser  Beziehung  bringt  Rohrbach
(S.  471)  folgende  tabellarische  Uebersicht  über  den  Biehstand,  den  Rußland ­
  tatsächlich  hat,  und  den  es  nach  normaler  Wirtschaftsweise  in  der
in  Deutschland,  Frankreich  usw.  üblichen  Art  haben  müßte.  —  Als  Viehbestand ­
  auf  1000  DesjatinenZ  ergab  sich,  daß  Rußland

besitzt

besitzen  sollte

Defizit

Pferde  .  .

.  .  17,0

25,0

8,0

Hornvieh  .

.  .  24,4

114,6

90,2

Schafe  .  .

.  .  38,1

144,1

106,0

Schweine  .

.  .  9.1

49,3

40,2

Dieser  Punkt  ist  von  großer  Tragweite,  weil  von  der  Viehhaltung  die
ordnungsmäßige  Düngung  des  Bodens  abhängt,  und  zweifellos  die  ungenügende ­
  Düngung  für  den  relativen  Rückgang  des  Bodenerträgnisses
den  entscheidenden  Faktor  gebildet  hat.
Helfferich  hat  sich  mit  der  wichtigen  Frage  der  tvirtschaftlichen
Potenz  des  russischen  Untertanen  nur  ganz  kurz  (S.  1040/50)  befaßt.  Er
gibt  dort  eine  Uebersicht  über  die  Entwicklung  einer  Anzahl  Industrien
und  eine  Uebersicht  über  die  Zunahme  des  Konsums  einiger  besonders
wichtiger  Artikel.  Auch  hier  sind  die  Zahlen,  amtliche  russische  Zahlen,
von  Rohrbach  schon  als  unrichtig  nachgewiesen.  Ueber  die  erste  Tabelle
haben  wir  die  Darlegungen  Rohrbachs  schon  mitgeteilt.  —  Wir  wiederholen ­
  daraus,  daß  die  ungeheure  Ziffer  von  046,3  Will.  Rubeln  als
Wert  der  russischen  Textilproduktion  nur  dadurch  zustande  gekommen
ist,  daß  man  den  Wert  des  Rohmaterials,  des  Garns  und  des  Gewebes
einfach  addiert  hat.  Der  Wert  der  in  Rußland  hergestellten  Gewebe
beträgt  in  Wirklichkeit  höchstens  266>/z  Millionen  Rubel  (Rohrbach  S.  17).
Auch  bezüglich  der  zweiten  Tabelle  ist  von  Rohrbach
Verbrauch  pro  Kopf  der  Bevölkerung

(in  russischen  Pkunden)

1893

1900

Tee

.  .  0,73

0,94

Zucker  ....

.  .  8,28

11,20

Baumwollwaren  .

.  .  3,52

4,32

Petroleum  .  .  .

.  .  10,6

13,4

Eisen  und  Stahl.

.  .  25,2

39,6

die  Unrichtigkeit  (S.  15—20)  nachgewiesen.  Für  Petroleum  ergeben
seine  Ziffern  statt  einer  Steigerung  von  10,6  auf  13,4  eine  Abnahme
von  1803—1809  von  12,3  ans  11,7,  bei  Baumwolle  eine  Abnahme
von  4,6  auf  4,2  im  Jahre  1800.  —  Zucker  ergab  von  1894—1900  nur
eine  Zunahme  von  9,7  auf  10,6.  Die  kleinen  Zunahmen  von  Zucker
und  Tee  hängen  einerseits  ivohl  mit  der  Zunahme  der  Stadtbevölkerung
—  andererseits  ivohl  mit  dem  Preise  zusammen.
Beispielsweise  war  1802  der  Jnlandpreis  des  Zuckers  6  Rubel,
der  Preis  für  Exportzucker  3,30  Rubel.  Mit  der  Besserung  dieses  unnatürlichen ­
  Verhältnisses  mußte  der  Konsum  steigen,  er  ist  aber  mit

o)  Die  Dcsjatiue  ist  ungefähr  so  groß  wie  ein  Hektar.
            
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