Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Erstes Buch, Cap. 2.

siner jeden Nation der ursprüngliche Fond *) ist, welcher sie
mit allen Bedürfnissen und Bequemlichkeiten des Lebens versieht,
 und es ist ein Verdienst von A. Smith, dass er die einseitige
 Bevorzugung der gewerklichen oder landwirthschaftlichen
 Arbeit zurückgewiesen hat. Aber auch schon in der
Einleitung heisst es, dass „die Zahl nützlicher und produetiver
 Arbeit allenthalben der Quantität des Capitals proportionirt
 ist“, und diese tonangebende Herrschaft des Capitals
wird als eine natürliche Nothwendigkeit an vielen Stellen anerkannt,
 z. B. in der Einleitung zum zweiten Buch, wo direet
von der Zunahme des Capitals der Fortschritt der Production
abhängig gemacht wird. Dass die dıe Capitalvermehrung
begünstigende, wirthschaftliche Freiheit vor Allem nöthig sel,
ist ein überall wiederkehrender Grundgedanke.
Nur die vom Capital beschäftigte Arbeit, welche dem
Werth des Gegenstands, auf welchen sie verwendet wird,
etwas zusetzt, ist productiv (s. Einleitung und Buch 11 Cap. 3).
Unproduetive Arbeiten erscheinen zwar unter Umständen als
nützlich und edel, aber der Gedanke, dass es doch vor Allem
auf Vermehrung der productiven Arbeit, d. h. derjenigen,
die stoffliche Werthe schafft und vom Capital abhängt, ankomme,
 klingt unverkennbar durch.
Viele Widersprüche bei A. Smith sind nur scheinbar,
A. h. Ausflüsse der hochberechtigten Tendenz, gewisse nothwendige
 Consequenzen der Deduction aus allgemeinen Principien
durch praktische Rücksichten einzuschränken , und andern
als den wirthsckaftlichen Lebensgebieten ihr Recht nicht zu
verkümmern. Einen Widerspruch aber, eine Unklarheit

1) Es heisst freilich nicht, sie sei die alleinige Quelle. Es wird
gleich angefügt, dass Boden, Himmelsstrich und Grösse des Gebiets Verschiedenheiten
 des Gesammtresultats bedingen. Aber dieser Ausspruch
vom „natürlichen Fond“, so vieldeutig er sein mag, sagt einmal, dass
jedenfalls ohne Arbeit keine Güter entstehen, und in späteren Stellen
(s. unten) werden auf die Arbeit allein die Werthrelationen der Güter
zurückgeführt. Ueber die Lehre von der Arbeit als Werthmaass in der
Nationalökonomie von A. Smith vergl. Marx, zur Kritik der politischen
Oeconomie, Berlin 1859, S. 29 ff. und Marx, Das Capital, 1867.
            
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