Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Erstes Buch, Cap. 2.

stehen muss, dass die nach der Theilung des Besitzes Geborenen
 in eine bereits in Besitz genommene Welt kommen.“
Dennoch denkt er nicht an Beeinflussung der sich beständig
neu vollziehenden Besitztheilung, sondern meint, „dass in Folge
der unerbittlichen Gesetze der menschlichen Natur einige
menschliche Wesen dem Mangel ausgesetzt sein müssen,“ Im
dritten Capitel werden Owen’s Bemühungen für Verkürzung der
Arbeitszeit in Fabriken und für Verbreitung von Schulen warm
gelobt, die Irrthümer der Arbeiter als entschuldbar bezeichnet
— allein zu ihrer Hebung giebt es doch kein anderes Mittel,
als „Geduld und schrittweise Verbreitung von Bildung und
Kenntnissen.“ —
Im fünften Capitel sagt uns Malthus: „Niemand wünscht
wärmer als ich ein reelles Steigen des Preises der Arbeit‘‘;
er glaubt nicht an einen natürlichen, unveränderlichen Hungerlohn,
 aber das Steigen des Lohnes köune nur durch Veränderung
 „des Verhältnisses zwischen der Menge der Consumtionsmittel
 und der Consumenten“ bewirkt werden, In
Theuerungszeiten soll man den Nothleidenden wohl „temporary
 aid‘ gewähren, wie im siebenten Capitel ausgeführt wird,
aber nur nicht durch Lohn- und Preisregulirungen. Das sechste
Capitel sagt: „Ich bin überzeugt, dass wenn die Armengesetze
bei uns nie existirt hätten, die Gesammtsumme von Glück
unter dem niederen Volke weit grösser wäre als jetzt, wenn
auch einige grosse Nothfälle mehr vorgekommen wären. Der
Grundfehler aller dieser Systeme ist der, dass sie die Lage
der nicht Unterstützten verschlimmern, und mehr Arme erzeugen.“
 Ebenda wird die Niederlassungsgesetzgebung kritisirt,
 den Armengesetzen Demoralisation der Arbeiter, den
Arbeitshäusern die Wirkung zugeschrieben, dass sie alle Arbeiter
 abhängiger machen — dies Alles ist richtig, nicht aber
die Folgerung, dass die anderweitige Vertheilung des vorhandenen
 Besitzes nie zu etwas nützen könne, welche Folgerung
sich in den Worten ausspricht, womit das Armengesetz der
Elisabeth beurtheilt wird:
„Was heisst dies anders als die Behauptung aufstellen,
dass die Unterhaltsmittel für die Arbeiter in diesem Land
            
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