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völkerung, die sich einigermaßen neutral verhält, die Beschaffung der Realien
durch Geld viel für sich hat. Nur nebenbei möchte ich darauf hinweisen, daß
noch ein ganz anderes Moment die Kontribution nahelegt. Die in Feindesland
einmarschierende Armee erhält Geldsorten mit, welche im eigenen Lande zirkulationsfähig,
der feindlichen Bevölkerung aber fremd sind und daher vielfach
nicht gerne genommen werden. Die Kontribution liefert Landesgeld, was die
Naturalienbeschaffung sehr zu erleichtern pflegt. Natürlich wäre auch der Fall
denkbar, daß ein Armeekommando zwangsweise einen Geldwechsel in großem
Stile durchführt. Nun kann man natürlich durch eine Verordnung die Bevölkerung
zwingen, jede beliebige Geldsorte anzunehmen, man riskiert aber damit
einen Teil des Vorteils, der eben darin besteht, daß man die gewohnten Verkehrsformen
möglichst aufrecht erhält. Insbesondere dem einzelnen Mann, der sich
irgendwelche Delikatessen oder sonstiges einkaufen will, ist es sehr erwünscht,
wenn er ohne Hin- und Widerrede erhalten kann, was er sucht. Der Sinn für
die Zukunft ist beim Soldaten meist sehr herabgesetzt, der Augenblick gilt ihm
alles, und so besteht wohl einige Wahrscheiulichkeit dafür, daß die an die
Truppen auszuzahlenden Gebühren zum größten Teil konsumiert werden. Nur
die von vornherein für die Familien bestimmte Quote der Gebühren verbleibt
der Inlandszirkulation. Diejenigen, welche mit Geldrückströmungen aus dem
Operationsraum rechnen, müßten diesem Problem eingehende Aufmerksamkeit
zuwenden. Eine Form der Beschaffung ausländischen Geldes bleibe übrigens
nicht unerwähnt, zumal sie gelegentlich vorgekommen ist; der vorrückende
Staat kann feindliches Zeichengeld selbst erzeugen, seien
es nun Noten oder metallisches Zeichengeld. Napoleon hat
z. B. ersteres gelegentlich mit 'Erfolg getan. Wenn der vorrückende Staat z. B.
feindliches Silbergeld erzeugt, kann er den Zahlungsverkehr im Operationsraum
sehr erleichtern. Wie diese Handlungsweise staatsrechtlich aufzufassen ist, kann
man nicht ohne weiteres entscheiden. Der vorrückende Staat übt so in einem
nur okkupierten, aber noch nicht annektierten Gebiete die Münzhoheit aus.
Es fragt sich nun, welche Umstände die unmittelbare Naturalienbeschaffung
in den im Rücken der Armee befindlichen Gebieten nahelegen können, sei
es mit Hilfe einer Naturalienzwangsanleihe, oder mit Hilfe einer
Naturaliensteuer. Denken wir uns z. B., daß die Regierung nicht imstande
war, durch Anleihen und Steuern entsprechende Geldmittel aufzubringen; sie
schreitet zu einer massenhaften Notenemission; wir haben schon gesehen, daß auf
diese Weise, wenn nicht gleichzeitig eine Vermehrung der Produktion infolge
der Notenvermehrung oder unabhängig davon stattfindet, eine Erhöhung der
Preise eintreten kann. Um zu den erhöhten Preisen den weiteren Bedarf beschaffen
zu können, muß die Regierung immer größere Notenmengen emittieren,
falls dieSteuerschraube versagt, was in Kriegszeiten nichts
Ungewöhnliches ist. Diese Preissteigerung tritt selbst
dann ein, wenn die Produktion unverändert bleibt, um wie
viel mehr erst dann, wenn sie abnimmt, was z. B. im Falle
eines Weltkrieges das Wahrscheinlichere sein dürfte.
Wie die vermehrte Notenmenge immer wieder die Preise erhöht und die
Regierung zu immer neuen Emissionen zwingt, wenn sie eine konstante Quote
der Produktion erlangen will, zeigt uns Tabelle XIX, die der Tabelle XIII nachgebildet
ist.
Wir sehen zunächst, wie die Bürger in den Zeitpunkten 1 bis 4 miteinander
Handel treiben, produzieren und konsumieren. Mit 30 Noten wird
die Zirkulation der drei Waren a, b, c bewirkt, von denen jede 10 Notenmengen
kosten soll. Nun will die Regierung die Hälfte der vorhandenen
Güter durch Notenemission in ihre Hand bekommen. Sie erreicht das, wie
wir wissen, dadurch, daß sie 30 Notenmengen druckt. Die Preise steigen
auf 20, jeder Bürger kann nur die Hälfte der früheren Warenmengen kaufen,
die Regierung kauft die andere Hälfte. Im Zeitpunkt 7 werde die Warenmenge
konsumiert; nehmen wir an, es seien Nahrungsmittel gewesen. Die
Produktion setzt von neuem ein. Wir nehmen an, sie sei ebenso groß, wie
früher, Nun hat jeder Bürger 20 Noten im Besitz; will die Regierung