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Wir wollen nun noch an Geschäftsbriefen, die Ludwig Zuckfchwerdt erhielt,
zeigen, wie weit feine Beziehungen reichten. Es leitet uns dabei zugleich der Gedanke,
daß jene Zeiten unserer Erinnerung bereits so sehr entrückt sind, daß wir
jenes Gesiihl des Verwunderns, Staunens und Bewunderns empfinden, das
alle wichtigeren Ereignisse der Geschichte in uns zu erregen pflegen. Zuerst ein
Schreiben aus dem Jahre 1835 über Eisenbahnsachen. Zuckfchwerdt erhielt es,
als er sich aus einer zu seiner Orientierung unternommenen Reise in England befand.
Gerichtet ist es von der Firma Castellane Söhne & Co. aus Liverpool an
Herrn Zuckfchwerdt aus Magdeburg, z. Z. iu London. Das Schreiben lautet:
. . . • gereicht es mir zum Vergnügen, Ihnen nachstehend die gewünschte Auskunft über die Anlage
von Eisenbahnen zu überreichen. Die Preise für Bahneisen (die Anlage, auf der sie vermerkt
sind, ging leider verloren) . . . verstehen sich frei an Bord iu Newport in Wales mit 3°/o Skonto
für bare Zahlung. Der zuletzt abgeschlossene Kontrakt war für die große Iunction-Bahn von
Manchester nach Birmingham und zwar... £ 8. 5/. hier hergelegt, was mit £ 7.15 ab Newport
gleichkommt, später hat man für die Verein. Staaten keine Kontrakte zu diesen Preisen machen
können, man verlangt 51- mehr. Bei den Veränderungen auf der Bahn zwischen Liverpool und
Manchester wird ebenfalls das Muster No. 14 angewendet. Der Preis der Stühle, die zum
Befestigen der Schienen auf Block- oder Stein-Llnterlagen dienen, ist £ 6. 15 für die Tonne. Die
Fracht von Newport nach Hamburg oder der Ostsee ist schwieriger zu bestimmen, da alles davon
abhängt, ob viel oder wenig Ostseeschisfe hier sind, die inan chartern könnte, von hier (Liverpool)
nach Newport in Ballast zu gehen und das Eisen einzunehmen. Englische Schisse würden
nicht unter 201- für die Tonne laden können, Ostseeschisfe würde man dagegen für 15/- bekommen
und wären hier vielleicht noch billiger.
Die Unterhaltungskosten der Bahn-(Geleise) an und für sich ... ist garnicht in Betracht zu
ziehen; bei Schnee... ist eine Art Besen vor dem arbeitenden Rade, welcher die Schienen reinigt.
Bei dem Ankäufe von Maschinen würden wirIhnen empfehlen, nur die besten Meister zu wählen,
das sind: Stephenson, Bury oder Forrester & Co. Der erstere ist in Bolton etabliert und hat die
bedeutendste Anlage, die letzten sind hier in Liverpool, hinsichtlich der Güte ihrer Arbeiten verdienen
alle drei gleichgestellt zu werden Zum Transport von Passagieren, wo es hauptsächlich
aus eine schnelle Beförderung ankommt, gebraucht man vorzüglich die mit unverbundenen
Rädern, von denen Stephensons Planeten-Klasse die besten sind. Zum Güter-Transport werden
allgemein Maschinen mit verbundenen Rädern gewählt d. h. vier Räder von gleicher Höhe, wo
Vorder- und Hinterrad mit einer Kurbel (?) verbunden sind, hierdurch wird die zum Fortschaffen
schwerer Güter erforderliche größere Adhäsion hervorgebracht. Die erste Klaffe — mit unverbundenen
Rädern — ist am meisten in Gebrauch; sie machen in 14 Stunden 5 mal den Weg
zwischen Manchester und Liverpool, das sind 150 (englische!) Meilen, wobei der öftere Aufenthalt
hauptsächlich zu berücksichtigen ist. Sie ziehen dabei 100 Tonnen Last außer ihrer eigenen. Die
Dauerhaftigkeit der Maschinen hängt von ihrer Behandlung ab. hier wie in Manchester sind
Werkstätten, wo sie täglich untersucht und wo Kleinigkeiten, die mangelhaft sind, durch bessere,
neue Teile erseht werden. Stößt einer Maschine kein Llnfall zu und läßt man nicht den Dampferzeuger
und den Feuerkasten durch Nachlässigkeit verbrennen, so läuft eine Maschine gewöhnlich