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AriHe. Die nachstehenden Erinnerungen schrieb Kommerzienrat Werner
Fritze, Mitglied des Ältesten-Kollegiums, jetzt der Handelskammer, im Jahre
1897 „zum 150jährigen Geschäftsjubiläum der Firma Friedr. Fritze & Sohn"
nieder. Wir haben aber darin einige Ausführungen, die sich, weil sie fiir jenen
speziellen Zweck berechnet waren, unserer Darstellung nicht einstigen wollten,
gekürzt oder weggelassen. An andren Stellen haben wir Einfügungen gemacht.
Wir haben alfo nicht verbessern, sondern nur anpassen und ergänzen wollen.
Damit geben wir Lerrn Werner Fritze das Wort:
„Meine Familie stammt von dem Ackergutsbesitzer und Gerichtsschöppen Matthias Fritze
in Schleibnitz bei Wanzleben ab, der am 25. August 1727, einige Monate nachdem er durch
eine große Feuersbrunst Laus und Los verloren hatte, starb. Zwei seiner Söhne, Andreas
Fritze, geb. am 20. Oktober 1703, und Nicolaus Fritze, geb. am 20. Oktober 1720, zogen nach
Magdeburg, wo sich zunächst Andreas Fritze, der ältere Bruder, der bei Paul Wilhelm
Schwager 1718 — 1729 gelernt und gedient hatte, mit 500 Talern in dem Lause Breiteweg
155 („Goldene Laterne", „jetzt Preußischer Los") etablierte. Er hatte in seinem Geschäfte sehr-
guten Erfolg, wurde Allermann und Kämmerer (Befreiung von Losschlettgeldern) der Kauf
leute Brüderschaft (August 1766 Erster Altermann!), Mitglied der Seidenkramer-Innung,
Vorsteher des Lospitals St. Georgii usw. unp hinterließ, als er am 21. Februar 1771 starb,
das für die damalige Zeit bedeutende Vermögen von 69000 Talern. Ein Sohn von ihm,
Natanael Fritze, war Ratsherr in Magdeburg und machte sich um die Stadt durch Einführung
der ersten öffentlichen Straßenbeleuchtung verdient. Er war auch bei der Gründung des ersten
Magdeburger Stadttheaters an der Ecke des Breitenweges und der Dreiengelstraße beteiligt.
Nicolans Fritze, mein Urgroßvater, geboren am 20. Oktober 1720, gestorben am 14. September
1799, erlernte dieLandlung bei feinem Bruder Andreas Fritze, der ihm später, um ihn selbst- !
ständig zu machen, in dem Lause Breiteweg 141 (Zum Lindwurm), dem Lause der Kaufleute
Brüderschaft, einen Laden (Kolonialwaren und Sämereien) nebst kleiner Brauerei in dem Los-
gebäude aus 6 Jahre für 161 Taler inietete. Das Geschäft wurde am 30. Oktober 1747
eröffnet. In den Akten der Kaufleute Brüderschaft heißt es dazu: „Anno 1747 Michaelis ist
das Laus zum Lindwurm an Lerrn Nicolaus Fritzen auf 6 Jahre wieder vermietet worden,
und zahlt derselbe laut Contract vor die Bauwohnung mit allem Zubehörigen überhaupt
161 Thlr. Die Miethe wird alle halbe Jahr Termins Ostern und Michaelis bezahlet mit
80,17 Rth. Vordem hatte das Laus Lieronymus Stillen für 175 Thlr. gemiethet.
In den Belegen der Kaufleute Brüderschaft — Rechnung cke anno 1748 — 50 befinden sich
noch von Nicolaus Fritze eigenhändig geschriebene und unterschriebene Rechnungen.
Anno 1752, den 3. May, ist laut Protokoll der Pachtcontract von Michaelis 1753 bis
dahin 1759 also auf 6 Jahre wieder prolongiert worden.
Von Ostern 1758 an war das Laus an Lerrn Johann Wilhelm Laagen für einen jähr
lichen Zins von 110 Rth. vermietet. Später wurde die Miete auf 130 Rth. erhöht, jedoch
ist, da die Bauwohnung ganz in Verfall geraten, daß davon wenig oder gar keine Revenuen
zu erwarten, so ist Lerrn Laagen in Anbetracht dieser Umstände laut Protokoll vom 16. Januar
1772 an der Miethe jährlich 30 Rth. erlassen. Am 19. April 1774 wurde Nicolaus Fritze