Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Bildende Kunst und Musik. 
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Klinger eignet und von Marses, Fiedler und auch Hildebrand 
lehrhaft gepredigt worden ist. 
Erscheint aber so die Wiederaufnahme alter Bildungs— 
formen in der Malerei des 19. Jahrhunderts mindestens seit 
dem vollen Siege der Freilichtmalerei keineswegs als einfache 
Nachahmung, sondern vielmehr als die besondere Anwendung 
einer sehr allgemeinen Entwicklungsform dieses Kulturzeitalters 
überhaupt, so darf man billig Bedenken tragen, die Malerei 
der Zeit unmittelbar vor dem Triumphe des freien Lichtes 
einfach als Nachahmung früherer Malereien zu kennzeichnen. 
Auch bei ihr handelt es sich zugleich um einen Vorgang der 
Kombination subjektivistischer Neigungen mit den strengeren 
Formanforderungen früherer Zeiten, wenn auch gelegentlich 
das Moment reiner Nachahmung stark mit in Frage gekommen 
ein mag. 
Und so erhalten wir für die entwicklungsgeschichtlich ebenso 
— 
der zweiten Hälfte des 18. und im Verlaufe der ersten Hälfte 
des 19. Jahrhunderts etwa folgende allgemeine Ansicht: schon 
früh, unmittelbar mit dem Erwachen des subjektivistischen Zeit⸗ 
alters seit Mitte des 18. Jahrhunderts entschiedene Versuche 
des Übergangs zu Freilichtmalerei und Impressionismus, die 
aber durch besondere Umstände in ihrer freien Entwicklung 
unterdrückt werden, ohne doch als Entwicklungsansätze in der 
Tiefe jemals wieder zu verschwinden; darauf eine große 
akademische Malerei, die gegenüber den ihrer Meinung nach 
destruktiven Tendenzen der soeben charakterisierten Unter— 
strömung Schutz sucht bei den strengen Formen der Alten und 
aus ihnen heraus von einer Umrißkunst zu einer Kunst der 
Lokalfarbe und einer Kunst der Tonmalerei und des gebundenen 
Werkstattlichtes fortschreitet; endlich, jenseits schon der Mitte 
des 19. Jahrhunderts, eine aus der bisherigen Unterströmung 
nicht ohne die Hilfe des Auslands hervorbrechende Freilicht- 
malerei, die ihrerseits zur Gegenwehr gegen die formenlösende 
Gewalt des freiflutenden Lichtes zurückgreift sogar bis zum 
ornamentalen Umriß der Frühzeit und damit selbstverständlich
	        
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