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4. Buch. V. Teil. Die Steuern.
beschütze, so wäre jeder Angriff, den die Besitzlosen gegen das
Vermögen richten, berechtigt. Diese Auffassung hat auch etwas
Verletzendes, denn sie bedeutet so viel, daß die Besitzlosen ansonst
die Besitzenden angreifen und berauben würden. Übrigens ist diese
Auffassung auch falsch, was sich leicht begreifen läßt. Die Steuer
tritt ja eben, wie wir an anderer Stelle sahen, deshalb in den Vorder
grund, weil die Tätigkeit des Staates auf verschiedenen Gebieten
einen kommunistischen Zug besitzt, dem Ganzen dient, den Armen
ebenso wie den Wohlhabenden: das öffentliche Unterrichtswesen,
das öffentliche Gesundheitswesen; auf diesen Gebieten werden un
entgeltliche Dienste geleistet, die gerade den unteren Klassen zum
Vorteil gereichen. Diese Auffassung, welche die Motivierung einer
allgemeinen und einzigen Vermögenssteuer bilden sollte, will auf die
Tätigkeit des Staates ein solches Prinzip anwenden, dem unsere Zeit
längst entwachsen ist.
Die einzige Steuer, welche aller Wahrscheinlichkeit nach eine
direkte Steuer wäre, würde nach der Ansicht mehrerer Theoretiker
mit dem Nachteile verbunden sein, daß diese Steuer die unteren
Klassen nicht belasten würde und so die modernen Demokratien
sich zur leichtsinnigen Vermehrung der Staatsausgaben verführen
ließen.
2. Außer der einzigen Grundsteuer der Physiokraten sind noch
folgende Vorschläge zu erwähnen: Im Jahre 1577 schlug Poncet
eine nach der Größe des Vermögens abgestufte Steuer mit Be
rücksichtigung der Zahl der Feuerstellen vor. Nach einem anderen
Vorschlage sollte jeder Wohlhabende täglich einen Sou zahlen.
Vauban und Boiguillebert nahmen beiläufig den zehnten Teil des
Ertrages in Anspruch, wollten aber überdies auch andere Steuern
beibehalten. Decker empfahl die nach dem Mietzins berechnete
Raussteuer als einzige Steuer. Auch Mirabeau empfahl eine einzige
Steuer, die im Wesen der Einkommensteuer entsprechen würde.
Einer der neueren Vorschläge stammt von Meunier, der die einzige
Steuer auf das Kapital (Vermögen) legen wollte. Das Ideal der
Sozialisten ist die einzige Einkommensteuer. Pfeifer empfahl die
einzige Verzehrungssteuer, welche ein verläßliches durchschnittliches
Maß der Leistungsfähigkeit besäße, überdies selbst von seiten des
Individuums leichter festgesetzt werden könnte, als das Einkommen,
dessen Berechnung auch großen theoretischen Schwierigkeiten be
gegnet; die Konsumtion ist auch leichter durch den Staat kon
trollierbar, als das Einkommen. Als Haupttypen der einzigen Steuer
figurieren namentlich die Grundsteuer, die Vermögenssteuer, die
Einkommenssteuer, die allgemeine Verzehrungssteuer.