Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Freiheits kriege: 1809, 1815. 
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erschienen erste festere französische Truppenkörper vor Hamburg: 
und nun begannen die Schreckenstage einer traurigen Ein— 
schließung. Indessen war von den Verbündeten freilich schon 
vorgesorgt worden, daß die schwachen Truppen im Norden, 
wie sie nun hatten zurückweichen müssen, durch eine reguläre 
Armee verstärkt würden. Durch Rußland bestimmt, hatte sich 
Bernadotte von Schweden, nachdem ihm als Preis seiner Teil—⸗ 
nahme am Kampfe auch von England Norwegen zugesagt 
worden war, in einem Vertrage vom 8. März verpflichtet, mit 
30 000 Schweden in Norddeutschland zu landen; zu diesen 
hatten, nach einem Vertrage vom 22. April, 27 000 Preußen zu 
stoßen; und den Oberbefehl über die so gebildete Nordarmee 
sollte Bernadotte selbst Ubernehmen. Es war damit anscheinend 
alle Aussicht auf entscheidende Hilfe auch für Hamburg, sobald 
Bernadotte mit seinen Schweden gelandet sein würde: und in 
Erwartung dieses Augenblicks hatten die künftig unter den 
schwedischen Kronprinzen zu stellenden Generäle schon Maß⸗ 
regeln zur Behauptung und zur Entsetzung der Stadt getroffen. 
Aber wie erstaunt waren sie da, als Bernadotte nach seiner 
Landung in Stralsund diese Maßregeln alsbald rückgängig 
machte und dadurch den Fall Hamburgs herbeiführte! Anfang 
Juni, noch nicht vierzehn Tage nach der Schlacht von Bautzen, 
war Hamburg in den Händen der Franzosen, die der Bürger⸗ 
schaft einstweilen einmal die Kleinigkeit einer Kontribution 
bon 48 Millionen Franken auferlegten; bald darauf wurde auch 
Lübeck genommen. So war denn aller Gewinn des frischen 
Draufgehens von Tettenborn und Genossen verloren gegangen, 
wenn auch der Kronprinz von Schweden über eine noch völlig 
frische Armee, deren Masse zudem noch stetig zunahm, verfügte. 
Es war eine Lage auf allen drei Kriegsschauplätzen, ins⸗ 
besondere aber auf dem wichtigsten, dem schlesischen, die wohl 
auf beiden Seiten zu einem Atemholen, einem Verschnaufen 
führen konnte. Doch stellte sich bald heraus, daß dazu das Be⸗ 
dürfnis trotz aller Siege bei Napoleon am größesten war. Er 
hatte nach der Schlacht bei Bautzen, während des Rückzuges 
der Verbündeten nach Schlesien, eine Zeitlang alle Verbindung
	        
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