Object: Währung und Handel

l.f»IVI» .U.U 
— n07 — 
Währung, so würde es sich liei seinen Handelsbeziehungen mit 
Deutschland zunächst darum handeln, ob die Nothwendigkeit 
im anderen Lande zu verkaufen oder zu kaufen, für das eine 
oder das andere grösser ist, um zu beurtheilen, ob das eiue 
oder das andere den bedeutenderen Th eil der ]\Iünzverluste auf 
seine Schultern nehmen muss. Diese Frage ist jedoch im 
grossen Ganzen a ])riori schon entschieden. Denn Deutschland, 
das mit seinem Golde in Scandinavien. den Niederlanden; 
England, Holland, Belgien, Frankreich, Italien und der 
Schweiz ohne solche Verluste kaufen kann, wird leichter des 
österreichischen Verkäufers entbehren können , als dieser 
des deutschen Käufers, der ihm ja keine grösseren Verluste 
dictiren will, als es noth wendigerweise auch der Käufer aus 
all’ den früher erwähnten Ländern thun müsste. Es wiederholt 
sich hier die alte Erfahrung, dass der Schwache vom Stär 
keren ausgebeutet wird, und der Schwache ist in diesem Falle 
derjenige, dessen iMünzmetall die geringere Verbreitung hat. 
Die Nachtheile einer Münzverschiedenheit sind also unter den 
heutigen Verhältnissen, in Europa der Hauj)tsache nach von 
den Ländern der Silber Währung zu tragen. Dass trotzdem der 
Handel auch nach Ländern mit verschiedenem i\Iünzmetall 
vortheilhaft betrieben werden kann, dass es unter sonst gün 
stigen Verhältnissen möglich ist, trotz der zu zahlenden Ver 
sicherungsprämie, Münz- und Commissionsgebühr, die Conenr- 
renz der Verkehrsgebiete mit dem nämlichen IMünzmetalle 
siegreich zu bekämpfen, ist ebenso richtig als irrelevant bei 
Untersuchung der vorliegenden Frage. Erschwert wird 
diese Concurrenz jedenfalls, der Nutzen unter allen Bedin 
gungen verringert, gleichviel ob davon nach Abzug dieser 
Verringerung noch etwas übrig bleiben mag oder nicht. 
Trotzdem es sich bei den oben beschriebenen Verlusten 
stets nur um sehr wenige Percente oder auch nui\um Bruch- 
theile von Percenten handelt, ist die Gesammtsumme derselben 
doch überaus gross. Der Verkehr mit den europäischen Län 
dern der Gold- und Doppelwährung dürfte für Oesterreich, 
wenn man den V aarenhandel, den Austausch von Dienst 
leistungen und den Ejfecteidiandel mit in Jiechnung zieht, 
wohl auf rund 1000 ^Millionen Gulden im .Jahre zu veran 
schlagen sein. Wird nun dieser Handel in Folge der Valuta- 
WO*
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.