Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

440 Fünfundzwanzigstes Buch. Drittes Kapitel. 
Holsteins dadurch unmöglich gemacht, daß die Dänen dem gelegent⸗ 
lich der Erörterung der Grenzbestimmung eines künftigen freien 
Schleswigs fortwährend Widerstand entgegensetzten. Und ein 
gleiches Ergebnis hatten die am 2. Juni wiederaufgenommenen 
Verhandlungen; nur zu einer Verständigung über die Verlängerung 
des Waffenstillstandes bis zum 26. Juni kam es. Am 25. Juni 
wurde daher die Konferenz als ergebnislos abgebrochen. Das 
Resultat war mithin allein, daß Hsterreich und Preußen sich 
nochmals öffentlich als für die Selbständigkeit der Herzogtümer 
verbindlich erklärt hatten, während ihre verschiedene Anschauung 
über die Thronfolge und das Schicksal der Herzogtümer über— 
haupt nicht zur Sprache gekommen war. 
Vom 26. Juni an nahmen also nochmals die Generäle 
das Wort. Freilich hatte auch bei der erneuten Kriegsführung 
Osterreich wieder seine Bedenken. Einen Angriff auf Fünen 
wünschte es ausgeschlossen, da dieser England zur Kriegs⸗ 
erklärung veranlassen könne. Preußen gab hier nach, und man 
beschloß am 24. Juni, nun auch Nordjütland jenseits des 
Liümfiords zu besetzen und für Rechnung der Kriegführenden 
in Verwaltung zu nehmen und ferner Alsen zu erobern; zu— 
gleich aber den Mächten zu erklären, für den künftigen Friedens— 
schluß halte man sich an die in London gemachten Zugeständ⸗ 
nisse nicht mehr gebunden. 
Darauf wurde der Krieg, jetzt unter dem Oberbefehl des 
Prinzen Friedrich Karl, von neuem eröffnet. Am 29. Juni 
schon wurde Alsen, trotz des drohenden Eingriffs des dänischen 
Kriegsschiffs Rolf Krake, erobert, am J. Juli war es von 
Dänen völlig gesäubert. Es war ein so rasch erfolgtes und so 
unvorhergesehenes Ereignis, daß in Kopenhagen alles den Kopf 
verlor. Das Heer aber war schon längst gegen die Kopen— 
hagener Demokraten aufgebracht; und ietzt drohte es gar offen 
gegen diese vorzugehen. 
In diesen Nöten wandte sich König Christian zunächst noch 
einmal an Napoleon um Vermittlung: vergebens. 
Die Deutschen aber eroberten mittlerweile Jütland; am 
14. Juli spiegelten sich preußische und österreichische Fahnen
	        
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