Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

— 516 — 
wenn auch nicht das Erste zur Erlangung des Eigentums- 
rechtes. Sehr häufig mußten die Gründer, wenn es sich um 
Fabriken und Gruben handelte, Kapitalien von Bankhäusern 
aufnehmen, und diesen gelang es gewöhnlich, durch ge- 
schicktes, juristisches Verfahren, jene Gründer in eine Ge- 
setzesfalle zu locken, sie beiseite zu drängen und um ihr Eigen- 
tum zu bringen. Eisenbahngründer jedoch waren nicht so 
sehr von Privatbankiers. abhängig. Sie konnten sich an 
Regierung, Staat und Städte um Geldvorschüsse wenden. 
Wenn es einem Manne oder einer Gruppe von Männern ge- 
lang, den Kongreß und die gesetzgebenden Körperschaften 
durch Bestechung dahin zu bringen, daß sie ihnen Land- 
bewilligungen und Kapitalvorschüsse gewährten, dann war 
as eine sehr einfache Sache, tüchtige Zivilingenieure zu 
engagieren, um die Routen zu vermessen und zu bauen, und 
gute Beamte anzustellen, um sie nach der Fertigstellung zu 
betreiben. 
Das Erste und Hauptsächlichste, was zu tun war, bestand 
in dem Erkaufen der Gesetzgebung mit allen ihren Folgen — 
Privilegien, Schenkungen und freiem Zugang zu dem Staats- 
schatz. 
Bei der Organisation der Zentral Pacific-Eisenbahn im 
Jahre 1861 konnte die Huntington-Gruppe privatim nicht 
mehr als ungefähr 195 000 Dollar aufbringen, wovon sie 
selbst ungefähr 50 000 Dollar einzahlte. Wie lächerlich un- 
angemessen auch diese Summe zum Bau einer Eisenbahn 
war, deren Kosten auf 25 Millionen Dollar geschätzt wur- 
den, so war sie doch genug und mehr als genug für gewisse 
wohlverstandene erste Unternehmungen. 
Mit ihr konnten Ausgaben an den Zentralpunkten der 
Gesetzgebung bestritten, Petitionen und Denkschriften 
ausgeheckt, Advokaten bezahlt und Zeitungen unterstützt 
werden. Wurde der Streich gut gespielt, so pflegte eine 
ganze Reihe von Privilegien, besonderen Gesetzen, Land- 
bewilligungen und Geldunterstützungen die Folge zu sein. 
Die Huntington-Gruppe hatte dem Publikum gegenüber 
ein viel wirksameres und eindrucksvolleres Argument als 
die meisten ihrer Genossen im Gründen von Eisenbahnen. 
Schon in den fünfziger Jahren bestand ein dringendes, un-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.