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rüstung über die durch das Verfahren des Eistrusts ver-
ursachten Entbehrungen, Leiden und Todesfälle; sie wurden
allein zugunsten der kleineren Firmen erhoben, die Morse
aus dem Geschäft verdrängt hatte. Jerome, der einige
Jahre Distriktsanwalt des Kreises New York war, konnte in
keinem Verfahren Morses etwas Strafbares finden und ver-
anlaßte die Aufhebung des gegen die Beamten des Eistrusts
eingeleiteten Strafverfahrens.
Durch diese Erpressung und indirekten Mord in großem
Maßstabe wurde der Gewinn des Eistrusts sehr groß.
Das auf diese Art eingenommene Geld benutzte Morse
zur Finanzierung anderer Unternehmungen. Indem er
die Herrschaft über eine Anzahl Küsten-Dampfschiff-
fahrtslinien aufkaufte, verband er sie zu einer Korporation
mit den, vertrauten Begleiterscheinungen: Überemission
von Aktien und Börsenspekulationen. Er verband sich
mit den Heinzes, die große Kupferbergwerke in Montana
besaßen und deren Art, die Politik und die Politiker jenes
Staates zu behandeln, der von Morse in der Stadt New York
angewandten einigermaßen ähnlich war. Er schloß auch ein
Bündnis mit Thomas, der einige New Yorker Banken be-
herrschte.
Allem Anschein nach war dies eine sehr mächtige Ver-
bindung; Morse und seine Genossen ließen sich keine
Gelegenheit entgehen, um den Eindruck zu verbreiten, daß
sie zu fürchterlich seien. um gestürzt zu werden.
Die großen Magnaten liegen auf der Lauer
Diese Männer machten in der Finanzwelt viel von sich
reden und teilten mit erstaunlichem Glauben an ihre Un-
verletzlichkeit nach allen Seiten ihre Schläge aus. Sie
wurden als große Finanziers gepriesen; zweifellos hielten sie
sich, aufgeblasen durch ihren eignen Erfolg, selbst auch dafür,
und sie glaubten durchaus fähig zu sein, sich mit den großen
Magnaten zu messen. Mittlerweile beobachtete die Mor-
gan- und Rockefeller-Gruppe sorgfältig ihre Operationen
und wartete auf den geeigneten Moment, sie mit einem
Schlage zu vernichten.‘ Die Standard Oil-Gesellschaft