Dakota noch einen Teil von Minnesota bildete. Jahrelang
war das Land an dem Red River in Dakota eine Wildnis
geblieben, bis sich Farmer dort angesiedelt und es in einen
der reichsten Ackerbaudistrikte des Westens verwandelt
hatten. Das Oberlandamt nahm als selbstverständlich an,
daß dieses Land nicht der Eisenbahngesellschaft gehöre,
und hatte den Ansiedlern das volle Besitzrecht gegeben.
Im November und Dezember 1891 herrschte heftige
Aufregung unter den Farmern im Red River-Tal. Die
Great Northern-Eisenbahngesellschaft hatte eine Verfügung
erlassen, die die Farmer zwang, das der Gesellschaft ge-
hörende Land bis zum 15. Dezember zu räumen. Diese
Verfügung gründete sich auf eine Entscheidung des Obersten
Gerichtshofes der Vereinigten Staaten, die aussprach, daß
sich die Landbewilligung der Gesellschaft auf das Terri-
torium von Dakota erstrecke — jetzt die Staaten North
Dakota und South Dakota!). Diese Entscheidung gab der
Gesellschaft einen Teil des fruchtbarsten und wertvollsten
Gebietes in Dakota. Fraglos war dieses Land, selbst wenn
sich die ursprüngliche Landbewilligung von dem Red River
nach Westen ausgedehnt hätte, nach den Kongreßgesetzen
längst verfallen. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten
Staaten setzte sich jedoch in mehreren aufeinanderfolgen-
den Entscheidungen über die ausdrücklichen Gesetze des
Kongresses hinweg. Die Great Northern-Eisenbahn be-
gann darauf mit der gewaltsamen Vertreibung der Farmer
innerhalb ihrer Landbewilligung. Dieser Befehl der Ge-
sellschaft traf die Ansiedler wie ein Donnerschlag. Viele
hatten zwanzig Jahre lang auf diesem Lande gewohnt.
Die Ansiedler wandten sich an den Kongreß. Diese
Körperschaft erließ ein Gesetz, das der Eisenbahngesellschaft
gestattete, an Stelle der besiedelten Ländereien ein gleich-
großes Landgebiet zu wählen. Dieses Gesetz war, obgleich
es dem Anschein nach zum Besten der Ansiedler erlassen
war, genau das, worauf die Great Northern-Eisenbahn-
gesellschaft wartete. Das von der Gesellschaft aufgegebene
Land war kein Mineralgebiet; das Kongreßgesetz setzte
— 659 —
1) United States Reports, Bd. 137, 828,