Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

755 — 
Die Landarbeiter 
Zu derselben Zeit droht Unruhe von einem beträcht- 
lichen Teile der Landarbeiter. Die Volkszählung von 1900 
ergab eine Gesamtsumme von 4410 877 landwirtschaft- 
lichen Lohnarbeitern. Von dieser Zahl waren 663 209 
Mädchen oder Frauen. Im Gegensatz zu den in der Fabrik- 
industrie herrschenden Verhältnissen ist nur ein kleiner Teil 
der Landarbeiter im Auslande geboren. Selbst in den 
Staaten im äußersten Osten, wo die Landwirtschaft nicht 
in so ausgedehnten Unternehmungen wie in den westlichen 
Staaten betrieben wird, ist die Tendenz zur ständigen 
Abnahme der Landarbeiter bemerkbar. In den Bezirken 
vollends, in denen es ausgedehnte Farmen gibt und in 
denen der Prärieboden die Benutzung landwirtschaftlicher 
maschineller Geräte leicht macht, wird jetzt diese Tendenz 
entschieden bemerkt. 
Maschinelle landwirtschafttliche Hilfsmittel 
Die fortdauernde Einführung und Benutzung neuerer 
landwirtschaftlicher Maschinen, die beständig Verbesse- 
rungen erfahren, macht es unvermeidlich, daß der Bedarf 
an Handarbeit dauernd abnimmt. Maschinen, die noch 
vor wenigen Jahren als die modernsten angesehen wurden 
und die ein gewisses Maß von Handarbeit ersetzten, gelten 
jetzt als veraltet. Es werden mechanisch bewegte Pflüge 
angefertigt, die mit einem Schlage mehrere, sechs Zoll tiefe 
Furchen in den Boden schneiden und, mit starkem elek- 
trischem Licht versehen, Tag und Nacht betrieben werden 
können. Diese T’raktorpflüge sind ebenso wie Traktor- 
Sämaschinen, -Mähmaschinen und -Garbenbinder bei großer 
Ersparnis von Zeit und Geld für die Bewirtschaftung sehr 
großer Flächen wunderbar geeignet und bringen die kleinen 
und sogar die mäßig großen Farmen in einen deutlichen 
Nachteil im Wettbewerb mit den sehr großen. Die Ein- 
führung dieser Maschinen bedeutet eine noch größere Ver- 
drängung ländlicher Arbeit und weist darauf hin, daß die 
Zeit gekommen ist, in der Kapitalisten die Landwirtschaft
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.