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bekunden, daß jemand irgendeins von den Mitgliedern
des ehrenwerten Parlaments so verdächtigen könne. Die
Namen derer, die hinter den Kulissen die Bestechungen
leiteten, hat man niemals herausbekommen. Aber gleichviel,
ob Astor persönlich bestach oder nicht, er hat auf jeden Fall
von den Früchten der Bestechung bewußt profitiert; und
es ist kaum wahrscheinlich, daß seine Methoden im Osten
sich (außer in der Form) von der Verführung und der Aus-
beutung unterschieden, die er in den Pelzregionen zum
System erhoben hatte. Es liegt nicht außerhalb des Bereiches
vernünftigen Schließens, wenn man vermutet, er habe
den Gesetzgebern ebenso den Charakter verdorben, wie er
Ihn den Indianern verdarb.
Überdies genügen seine Beziehungen zu Burr in einer
famosen "Transaktion vollauf, um den Schluß zu recht-
fertigen, er habe die engsten Geschäftsverbindungen mit
diesem politischen Abenteurer unterhalten, der auf dem
Broadway neben ihm wohnte. Diese Transaktion war zum
Teil die Frucht der Errichtung der Manhattan-Bank und
für Astor und seine Nachkommen die Quelle eines Profits
von vielen Millionen Dollar,
Vor hundert Jahren oder mehr besaß die Dreieinigkeits-
kirche gerade dreimal so viel Grundbesitz, wie sie jetzt hat.
Ein beträchtlicher Teil davon war die Schenkung des
königlichen Gouverneurs Fletcher, der, wie gezeigt worden
ist, in der Bestechlichkeit ein Meister war. Lange Zeit
war ein Rechtsstreit im Gange von seiten des Staates New
York, der in zahlreichen offiziellen Berichten dargelegt
ist, wonach die Dreieinigkeitskirche das Land, das sie
Jahrhundertelang im Besitz gehabt hatte, usurpiert habe;
ihr Anspruch sei ungültig und komme von Rechts wegen der
Bevölkerung der Stadt New York zu. Im Jahre 1854 bis
1855 empfahlen die ‚Kommissare für Grundbesitz im Staate
New York‘ unter dem Eindruck der von Rutger B. Miller
angeführten Tatsachen dem Staate die Einbringung einer
Klage. Aber die Dreieinigkeitskirche erhob Widerspruch,
geheimnisvolle Einflüsse kamen dazwischen, und die Sache
wurde niedergeschlagen. Auf diese Einflüsse spielen die
Dokumente der Ratsherren häufig an.