Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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Yorker Geschäftsviertels bildet und das sie dann zu eigenem
Besitz ankauften. Ein anderer großer Bodenstrich in der
Stadt New York kam in ihren Besitz durch die Heirat von
William C. Rhinelander (von der dritten Generation) mit
einer Tochter von John Rutgers. Dieser Rutgers war ein
Seitenabkömmling von Anthony Rutgers, der 1731 von dem
königlichen Gouverneur Cosby den damaligen „Frischwasser-
 Teich‘ geschenkt bekommen hatte — eine Fläche
von 70 Morgen, die damals wenig wert war, jetzt aber mit
geschäftigen Straßen und großen Bürohäusern bedeckt ist.
Unter welchen näheren Umständen diese Schenkung zustande
 kam, ist nicht bekannt. Den Rhinelanders gehört
aber nicht bloß diese Fläche am nördlichen Broadway mit
ihren Geschäftshäusern, sondern sie bekommen auch blendende
 Mieten aus einer Anzahl Mietkasernen.
Auch die Rhinelanders verwenden ihre großen Überschüsse
dazu, beständig mehr Land anzukaufen. Ihre aristokratischen
 Aspirationen haben sie nicht bloß durch amerikanische
Villen befriedigt, die bei aller Riesenhaftigkeit und Großartigkeit
 doch immerhin plebejisch sind; sie gingen darauf
aus, einen europäischen Palast mit garantierten königlichen
Beziehungen zu finden, und fanden einen in dem berühmten
Schloß Schonberg am Rhein bei Oberwesel, das sie gekauft
und wo sie sich verborgen haben. Wie groß der Reichtum
dieser Familie ist, mag man aus der Tatsache ersehen, daß
einer von ihnen, Williams, bei seinem Tode im Dezember
1907 einen Besitz im Schätzungswerte von 50 Millionen
Dollar hinterließ.

Die Schermerhborns

Die Faktoren, die beim Aufbau des Schermerhorn-Vermögens
 eine Rolle spielten, waren fast genau die gleichen,
die. beim Astor-, Goelet- und Rhinelander-Vermögen
wirkten. Der Gründer dieses Vermögens, Peter Schermerhorn,
 war ein Schiffskrämer zur Zeit der Revolution.
Einen Teil seiner Boden- und anderen Besitzungen kaufte
er aus den Profiten seines Geschäfts; andere Teile erhielt er,
wie gezeigt worden ist, von korrupten Stadtverwaltungen.
            
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