EINLEITUNG
A% eingehende Schilderungen des fabelhaften amerikanischen
Reichtums und seiner Anhäufung bei einzelnen
Familien und Personen stoßen wir auch in der deutschen
Literatur und Tagespresse recht häufig. Scheidet einer
der namhaftesten Yankeemilliardäre aus dem Leben, so
werden wir jedesmal über Einzelheiten seines Lebensganges,
über die Schätzungen seines Vermögens und Einkommens,
die soziale und wirtschaftliche Rangstellung seiner Erben
auf das genaueste unterrichtet: genauer wie über die Schicksale
und Gepflogenheiten manches Herrscherhauses bei
uns daheim oder in unsrer Nähe. Sonst unnahbare aristokratische
Kreise, erst Frankreichs, dann Englands, mehr
und mehr auch Deutschlands lernten die belebende, gebrestenheilende
Kraft dieser überseeischen Goldjungbrunnen
längst überaus zutreffend bewerten, und manchem
tüchtigen diplomatischen Vertreter von europäischen Großstaaten
und Staaten — von bloßen Figuranten und Lückenbüßern
ganz abgesehen — hat die Dollarprinzessin die Bahn
zu einer weniger beengten, großzügigeren Betätigung auf
den Höhen der Gesellschaft und der Politik erst erschlossen.
Vielsagende Listen sensationeller Verbindungen zwischen
jüngstem neuweltlichen Geldadel und ältesten europäischen
Adelsgeschlechtern werden regelmäßig von Zeit zu Zeit
bekanntgegeben.
Dabei fiel seit jeher mancher zweiflerische Seitenblick
auf diese auffälligsten Blüten des amerikanischen Wirtschaftslebens.
Spott und Entrüstung haben für die äußerlich
gleißende, innerlich oft unfertig hohle Scheinkultur