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Vanderbilt während des Bürgerkrieges die umfangreichen
Betrügereien fortsetzte, die er seit langem betrieben hatte.
Als das Kabinett Lincoln 1862 beschloß, eine große Heeresund
Flottenmacht unter General Bank nach New Orleans
zu entsenden, war eine der ersten Erwägungen, ob für den
Transport die erforderlichen Schiffe in der Eile aufzutreiben
wären. An wen wandte sich die Regierung in dieser Notlage?
An dieselbe kaufmännische Klasse, die seit Gründung
der Vereinigten Staaten unaufhörlich den Staatsschatz geplündert
hatte. Die Eigentümer der Schiffe hatten sehnlich
auf eine Gelegenheit gewartet, sie zu hohen Preisen an
die Regierung zu verkaufen oder zu verpachten. Und wem
fiel das Amt zu, sie anzukaufen, auszurüsten und zu inspizieren?
Keinem andern als Cornelius Vanderbilt.
Jeder Staatsmann mußte wissen, daß Vanderbilt viele
Millionen durch seine betrügerischen Kontrakte mit verschiedenen
subventionierten Postdampferlinien erbeutet
hatte. Er war als gewinnsüchtig und gewissenlos bekannt.
Trotzdem wurde er vom Kriegsminister Stanton als Bevollmächtigter
der Regierung ausersehen. In dieser Zeit
posierte Vanderbilt als glühender Patriot. Sehr ostentativ
hatte er der Regierung für Flottenzwecke eines seiner
Schiffe geliehen, ein Schiff, für das er selbst keine Verwendung
hatte und das tatsächlich mit gestohlenem staatlichen
Gelde erbaut worden war. Durch dies Geschenk kam
er billig in den Ruf, ein begeisterter Patriot zu sein. Es muß
noch hinzugefügt werden, daß der Kongreß ihm ein Schnippchen
schlug, indem er dies Schiff als ein Geschenk an die
Regierung ansah, es zu Vanderbilts großem Erstaunen behielt
und ihm feierlich für die Gabe dankte.
Vanderbilts Methoden während des Krieges
Die Ausrüstung der Bankschen Expedition war so mangelhaft,
daß sie einen ernstlichen Skandal hervorrief. Wenn es
sich nur darum gehandelt hätte, daß der Staatsschatz um
viele Millionen beschwindelt worden wäre, so hätte der
Kongreß die Angelegenheit unterdrücken können. Überall
wurden Riesenbetrügereien von den Kapitalisten verübt.