aber ergaben diese kleinen Betrügereien große Resultate
und wurden dementsprechend bewertet.
Ein Areal im Werte von 8 Millionen Dollar beschlagnahmt
Ein so kleiner Betrug z. B. war die Beschlagnahme eines
ganzen Stadtviertels von New York durch die Vanderbilts.
Im Jahre 1887 kamen sie zu der Ansicht, daß sie für
Bahnhofszwecke ein Straßenviertel von der 6o. bis zur
»2. Straße an der Hudson River-Eisenbahn dringend benötigten.
Was tat es, daß dies Gebiet von der Stadt mit
erheblichen Kosten angekauft und angelegt worden war?
Die Vanderbilts beschlossen, es sich kostenlos zu verschaffen.
Mit Hilfe besonderer von ihnen diktierter Gesetze nahmen
sie es darauf in Besitz. Diese Methode war unglaublich
einfach.
Im Jahre 1887 erließ das Parlament, das ihren Interessen
immer willfährig und gewöhnlich aus Männern zusammengesetzt
war, die von ihnen gewählt waren oder ihre Interessen
vertraten, ein Gesetz, das die Stadtbehörde zwang, das gewünschte
Straßenviertel für den Verkehr zu sperren. Daraufhin
stellten die städtischen Beamten das Areal für den ausschließlichen
und dauernden Gebrauch der New Yorker Zentral-
und Hudson River-Eisenbahn zur Verfügung. Unter
den lebhaftesten Beteuerungen der Rücksichtnahme auf die
öffentlichen Interessen zögerten die Eisenbahnbeamten keinen
Augenblick, den Vertrag mit den städtischen Behörden
zu unterzeichnen. In diesem Schriftstück verpflichteten
sie sich, dem Straßenbauausschuß das Recht zu erteilen,
die Straßen zu beliebiger Zeit wieder dem Verkehr
zu erschließen. Dieser Vertrag war nur für die unmittelbare
Wirkung auf die Öffentlichkeit berechnet. Ein solcher
Antrag auf Wiedereröffnung wurde nie gestellt; die Straßen
blieben der Öffentlichkeit verschlossen, welche, zum mindestens
theoretisch, die Rechte behalten hatte. Tatsächlich
verschwand der Vertrag auf sonderbare Art aus dem
Büro des Aufsichtsrats der Gesellschaft und wurde erst
zwanzig Jahre später wieder aufgefunden, wo er zufällig und
höchst geheimnisvoll in der Lenox-Bibliothek auftauchte.