Full text : "Wohin weiter"

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Die  Geldinstitute  sind  mangels  des  Absatzes  mit  unseren  Wertpapieren ­
  überhäuft,  deshalb  der  große  Geldmangel  auf  dem  Markte
und-  der  Zwang  der  Regierung  an  die  Sparkassen,  zur  Placierung
von  Staatsrenten.
Jede  Rückströmung  unserer  Wertpapiere  bringt  nicht  ein  erfreuliches ­
  Zeichen  einer  kleineren  Verschuldung  im  Auslande,  sondern ­
  bringt  die  traurige  Tatsache  zum  Vorschein,  daß  unser  für  das
wirtschaftliche  Leben  uns  so  nötige  Bargeld  ins  Ausland  wandert
und  unsere  Wirtschaftsadern  unterbindet.
Die  Meinung  des  Herrn  Dr.  Wekerle,  daß  unsere  Handels'-'
bilänz  nur  vorübergehend  die  Passivität  aufweist,  ist  schon  durch
die  Tatsache  widerlegt,  daß  seit  dem  Jahre  1907  die  Lage  in  jedem
Jahre  sich  kontinuierlich  verschlimmert.
Die  Meinung  der  Exzellenz  Baron  Engel,  daß  wir  uns  in  einer
Ticfwelle  befinden,  welche  sich  wieder  in  eine  Hochwelle  umwandcln
  wird,  ist  ein  auf  keinen  Tatsachen  begründeter  frommer  Wunsch.
Wenn  wir  nicht  billiger  produzieren  und  unsere
Produktionsbedingungen  den  anderen  modernen
Staaten  nicht  an  passen,  so  werden  wir  ständig  nicht
nur  im  Weltbewerbe  die  Geschlagenen  sein,  sondern  auch
der  innere  Markt  wird  vom  Auslande  beherrscht  werden.  Dieses  sehen
wir  heute  in  der  Maschinenindustrie,  bei  elektrischen  Bedarfsartikeln,
bei  chemischen  Produkten,  inklusive  Kunstdünger  u.  s.  w.  Ja,  sogar
in  rein  österreichischen  Spezialexportwaren  geht  Österreich  zurück.
So  ist  die  Einfuhr  von  Taschnerwaren  aus  Deutschland  im  Jahre  1908
von  407  Millionen  Kronen  auf  737  Millionen  Kronen  im  Jahre  1912
gestiegen,  in  Glaswaren  von  4/5  Millionen  Kronen  auf  7'2  Millionen
Kronen,  in  Konfektion  von  8'5  Millionen  Kronen  auf  127  Millionen
Kronen.
In  der  Zeit  ist  unsere  Passivität  in  der  Handelsbilanz  infolge  des
Verkehres  mit  Deutschland  von  36  Millionen  Kronen  auf  300  Millionen ­
  Kronen  gestiegen.  In  fünf  Jahren  hat  sich  die  Passivität  verneunfacht.

Wir  sind  faktisch  heute  für  Deutschland  eine  wichtigere  Absatzkolonie ­
  geworden,  als  Kamerun  und  andere  Weltteile  der  Erde.
Billige  Rohstoffe  sind  die  Bedingungen  einer  billigen  Produktion; ­
  bei  uns  ist  aber  eine  solche  Sache  der  Unmöglichkeit,  da  bei
den  Rollfrachten  eine  Konkurrenz  mit  den  Wasserfrachten  in  Deutschland ­
  und  anderen  Staaten  ausgeschlossen  ist.  Eine  Tatsache,  auf
            
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