Full text : Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

600 VIL. Abfhnitt: Einzelne Schuldverhältnifie.

guten Glaubens Dritter folches mit fich bringen val. SS 932 ff. und andere) oder als
ein Sall der Konvaleszenz nah BOB. 8 185 vorliegt.
4, Die Verbindung der obligatorifhen und dinglichen Wirkung führt auch von felbft
zu der FZolgerung, daß in der Seltendmadhung der dinglidhen Rechte au3 dem
EigentumsSborbehalte noch keinesweg8 ein Verzicht auf die obligatorifgern
Mniprüche liegt. Die Geltendmachung des Eigentumsvorbehalts {hliekt daher auch nicht
notwendig das Verlangen der Vertragsauflöfung in jich (ebenfo Dertmann FA 8 445).
Neben dem Eigentumsvorbehalte kann die Kaufpreisforderung geltend gemacht werden
hs pe Bd. 1 3it. ROEC. vom 2. Yuli 1901, fowie auch ur. Wichr. 1905
S, 18 un .
Sehr beftritten ift die Frage, ob der Verkäufer die Sache beim Käufer pfänden
und beriteigern lafien ann und ob und inwieweit hierin ein Ber icht auf daS Eigentum
liegt, vol. über die verfdhtiedenen Meinungen Saupp-Stein Siem. II, 4, b zu S 804
300, Seuffert Bem, 2, c bhiezu, Srom Der, Sic. Jür 3ivilpr. Bd. 38 (1908) S. 49 ff.
und Bd. 39 1910) S. 469 ff, Slatau, Die wangSvollftrecdung in Leihmöbel (Berlin 1909
Kaufmanın, Jächt. Arch 1909 S. 326 und Oruchot, Beitr. Bd. 53 S, 395 ff. Derndurg
Bürgerl. N. Bd. 11, 2 8 171 Ann. 12, Staub Anm. 66 Erkurg zu 5 382 OGS3., Düringer“
a (1. Aufl.) Borbem. XII, b vor $ 368 HGB. (8 in Bl f. NA. Bd. 68 S. 453 ff.
Die Praxis neigt im allgemeinen Dazu, in diefenällen einen Verzicht des Verkäufers
und GlänbigerS auf fein Seetıum anzunehmen und dadurch für die Vrändung und Ver“
fteigerung freie Bahn zu fhaffen (val. die Angaben bei Gau p-Stein a. a. OD. Ann. 8, auch
BI. 1. N. in Bez. d. Kammerger. 1910 S. 61). Nach ROC DD 66 S. 348 foll eS von
den näheren Umitänden des Ein iS [Falles abhängen, ob ein derartiger Verzicht anzunehmen
ift, jedenfall® aber müfje ein fo her Wille des Verkäufer8 dem Käufer gegenüber fundgegeben
 werden, damit eine Einigung über den Cigentumsübergang eintreten kann.
Neber die Unwmendharkeit des 8 267 hei der Hrage der Pfändbharkeit der
Tog. Seihmöbel vgl. au Bem. 7 zu & 267. .
‚Bol. ferner Seuff. Arch. Bd. 65 Nr. 18 Pfändung des Anfprudhs auf Nebertragung
des SS Sehen Hahlung des Rechtkaufpreifes). .
eber eine weitere Folgerung hinfichtlih der Unzuläffigfeit der ex‘ eines
BurücdbehaltungsSrecht8 auf Seite des Käufers (8 273) 1 Sertmann a. a. ©. Bem. 1.
5. Der EigentumsSvorbehalt braucht übrigens nicht immer au8drüclidh
erflärt zu werben, er fann fich auch aus den Uıftänden ergeben, 3. B. beim Markt:
vberkeht wird eine Nebertragung des Eigentums regelmäßig nur um Bug um Bug gegen
Bezahlung des Kaufpreifes gewollt (vgl. Bem. V, 2, b zu 8 929) und ähnlich beim
SGeldwehtjeln f. RÖC, in StS, Bd. 1 S. 289); vol. auch Kuhlenbedk zu $ 455.
Bei den fog. Konfignationswaren 3. B. en consignation bezeichnete Weine)
bleibt das bisherige ST aufrecht, ohne Daß e8 eine8 befonderen Eigentumsvorbehalts
bedarf, |. Recht 1908 Hr. 3118.
6, Ueber die Frage, ob beim SEigentumsvorbehalte der VBerkänfer noch ab
mittelbarer Befiger zu gelten hat, {. Bem. IM, 2, h zu 8 868.
7. Die Gefahr im Sinne des $ 446 (periculum obligationis, vgl. hiezu Bem. I
zu S 446) geht bier nach Maßgabe jenes WBaragraphen mit der „Nebergabe“ auf den
Käufer über, da ja der Kaufvertrag felbit unbedingt und nur der Eigentumsübergang
bebingt he ‚anderfeit3 die „Nebergabe“ in $ 446, in den Normen über Kauf überhaupt,
jowie jonit in BGB, vgl. 3. B. die S$4 433, 930, 931, 1205, 2241 Nr. 3) nur Befißs
verfhaffung, nicht aber die Nebertragung voller rechtlicher Werfügungsmacht bedeutet.
Bei Untergang der Sache büßt alfo der Verkäufer jeine Unfprüche gegenüber dem
Rünfer (aljo insbef. auf Zahlung) nicht ein. Der Eigentums8verluft al8 {older
<periculum rei) trifft freilich bier den Verkäufer, der noch Eigentümer ift. Vgl. Bem. I
zu & 446, Düringer-Hachenburg (1. Aufl.) Bd. 3 S. 53, Kahn im „Recht“ 1903 S. 546, Ripr-D.
 VLSG. (Kolmar) Dd. 8 S. 445, L®, Dresden in ur. AWichr. 1902 S. 496, DLSG. Stuttgart
 im BL f. RU. Bd. 71 S. 134, Recht 1905 S, 592, Rudor in Sur. Wichr. 1905
S. 566, DLG. Jena in Seuff. Arch. Bd. 62 Nr. 35, DOLSG. Rolmar, Recht 1908 S., 694,
DHL®. Darmitadt in Senf. Arch. Bd. 63 S. 100; a. M. dagegen Dernburg 8 171 Anm. 11,
Crome II 8 416 Note 2, a, Vertmann Bem. 5 zu $ 455 und Plant in Bem, 2 zu & 455,
nach denen die Gefahr erft mit dem Eintritte der Bedingung auf den Käufer übergehen
joll, 1. ferner Rifh in Krit. Viertelifchr. Bd. 44 S, 554. Vol. zu diejer Frage auch
«x in Zur. Wichr. 1902 S, 496, Yowie Mipr, d. OLG. (Gamburg) Bd. 12 S 53
unb Bd. 13 (Fjena) S. 409,
N 8. Dem Cigentums8vor behalte kann aber keine Wirkung zulommen gegen:
über den fadhenredhtlidhen Vorfchriften über Verbindung, Bermifchung, Ber:
arbeitung, vol. 88 946 ff, insbelondere Bem. 3 zu S 946 und. S 93 mit Bem., ferner
            
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