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(1321) 1869 Nov. 19
plätze kommen, so bleiben £ 30000 jährlicher Wert des Acker-
bauestate, der vor 80 Jahren vielleicht £ 2000 einbrachte. Wenn
ferner £ 3000 als Zins auf hineingesteckte Arbeit und Kapital
gerechnet werden, was viel ist, bleibt eine Zunahme von £ 25000
oder das Fünffache des früheren Werts inklusive der Improve-
ments. Und alles das, nicht weil Arbeit hineingesteckt, sondern
Arbeit in etwas Anderes, nebenan, gesteckt, weil der Estate dicht
an eine Stadt wie Manchester grenzt und Milch, Butter und Gar-
tenfrüchte dort gut bezahlt werden. Ebenso im Großen. Von dem
Augenblick an, wo England ein Korn und Vieh einführendes Land
wurde, und früher schon, war die Dichtigkeit der Bevölkerung ein
Faktor in der Bestimmung respektive Steigerung der Rent, ganz
unabhängig von der in England im Ganzen und Großen in das
Land gesteckten Arbeit. Ricardo, mit seinen most favourably si-
tuated lands, schließt noch die Rücksicht auf die Beziehung zum ı5
Markt ein, Carey ignoriert sie. Und wenn er dann sagen würde:
das Land selbst hat nur einen negativen, aber die La ge hat einen
positiven Wert, so hätte er damit doch anerkannt, was er leugnet,
daß Land, eben weil es monopolisierbar ist, einen von der an-
gelegten Arbeit unabhängigen Wert hat oder haben kann. Aber z
über diesen Punkt ist C[arey] mausstill.
Ebenso gleichgültig ist es, ob in Kulturländern die ins Land
gesteckte Arbeit sich regelmäßig bezahlt oder nicht. Ich habe vor
mehr als 20 Jahren einmal die Behauptung aufgestellt, daß in der
jetzigen Gesellschaft kein Produktionsinstrument, was 60—100 2:
Jahre dauern kann, existiert, keine Fabrik, kein Gebäude usw.,
das am Ende seiner Existenz seine Produktionskosten gedeckt hat.
Ich glaube auch noch, daß, Eins ins Andere, dies seine vollkom-
mene Richtigkeit hat. Und wenn Cl[arey] und ich Beide recht
haben, so beweist das Nichts weder über die Rate des Profits noch zo
über die Entstehung der Rente, sondern bloß, daß die Bourgeois-
produktion, selbst nach ihrem eignen Maßstab gemessen, faul ist.
Mit diesen random Glossen über C[arey] wirst Du wohl genug
haben. Sie laufen sehr durcheinander, da ich keine Auszüge ge-
macht habe. Was die historisch-materialistisch-naturwissenschaft- 35
liche Verbrämung betrifft, so ist ihr ganzer Wert = dem der bei-
den Bäume, des Baums des Lebens und des der Erkenntnis, die
er zwar nicht für seinen Adam und Eva, die in den Hinterwäldern
schanzen müssen, aber doch für ihre Nachkommen in sein para-
diesisches Werk gepflanzt hat. Die Unwissenheit und Liederlich- x
keit ist hier nur mit der Unverschämtheit zu vergleichen, die ihm
gestattet, solches Zeug zu debütieren.
Die übrigen Kapitel zu lesen, wirst Du nicht von mir ver-
langen. Es ist der reinste Kohl, und die Donatschnitzer nicht mehr
so dick gesäet drin. Ich schick Dir das Buch, sobald ich in die 4